Campen in freier Natur

eingetragen in: Südamerika 2017-2022 2

Der Anspruch ans wilde Campen einen Fluss in der Nähe zum Abkühlen zu haben, die absolute Ruhe zu geniessen, von keinen Moskitos belästigt zu werden und erst noch schöne Aussicht zu haben, gelang in der Kombination von allem nicht.

 

Nachdem wir eine Woche bei Bekannten in Merlo im Garten gecampt hatten, suchten wir uns wieder schöne Plätze in der freien Natur. Wir übernachteten auf 2‘100m im Nationalpark „Quedabra del Condorito“ in gespenstiger Ruhe und mussten am Morgen heizen, da es auf 10 Grad abkühlte. Dafür boten uns direkt vor unserer Kabinentüre die Kondore und Chotes (eine kleinere Geierart) ein unvergessliches Schauspiel, sie jagten einander und landeten wieder in den Bäumen. Ein Stück Aas musste in der Nähe sein, um welches sie sich stritten.

In La Cumbre hatten wir das Glück, direkt auf dem Platz des Aerodromo campen zu dürfen. Obwohl keines der oben genannten Kriterien zutraf, war für Dani der Platz optimal, eine kurze Fahrt zum Startplatz und landen konnte er direkt vor Condoritos Türe mit Funkspruch an den kleinen Flughafen für die Freigabe der Landebahn für ihn. Das Kriterium baden erfüllte sich doch noch, bei der Landung auf dem offiziellen Gleitschirm-Landeplatz „Cuchi  Corral“ unten im Tal, hüpften wir nachher in den Fluss und genossen die Abkühlung in einem der kleinen natürlichen Pools.

Auf dem Weg nach La Rioja machten wir einige Abstecher über kleine Offroad-Tracks, welche wir spontan auswählten. So landeten wir am „Dique de Olta“, einem Stausee inmitten einer wunderschönen Felslandschaft. Ausnahmsweise war ein Wanderweg ausgeschildert und am Ausgangspunkt gab es eine kleine Hütte mit Unterschlupf bei schlechtem Wetter. Für uns ein optimaler Platz zum Übernachten und die Moskitos hatten frei, dafür unterhielten uns die Zikaden mit einem ohrenbetäubenden Konzert.

Den schönsten Platz fanden wir in Ambil, etwa 200km südlich von La Rioja. Als wir im kleinen Dorf nach einen Stellplatz und dem Startplatz für die Gleitschirmflieger fragten, zeigte eine alte Frau auf den Hügel oberhalb. Ein steiler und steiniger Aufstieg führte hinauf zum Schlafplatz, welchen wir erst von Dornenbüschen befreien mussten. Nach dem Nachtessen nahmen wir unsere Stühle und setzten uns direkt an die Hügelkante mit einem feinen Malbec Rotwein. Die Natur bot uns ein unvergessliches Schauspiel mit enormen Kumulus-Wolken im Himmel, welche von der Abendsonne in verschiedenen Rottönen beleuchtet wurden. Plötzlich fing es in der Ferne an zu Blitzen, der Sternenhimmel leuchtete über uns und die Stimmung wurde surreal. So macht das Campen in freier Natur umso mehr Spass, wenn man das „Kino“ direkt vor der rollenden Haustüre hat.

2 Responses

  1. Werner Munz
    |

    Hoi zäme, ich fahre sogleich in die Ferien nach Arosa, detaillierte Antwort später.
    Werner

  2. Condorito
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    Dann sind wir gespannt auf deine Rückmeldung

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