Die Reise durch diese Provinz war geprägt von den Nationalparks, den hohen Bergen und der imposanten Tierwelt. Wir freuten uns über Begegnungen mit anderen Reisenden, Wanderungen mit eindrücklicher Weitsicht, Biken über Stock und Stein und ein Bad in den heissen Quellen. Ein milder Herbst bescherte uns optimale Temperaturen für die Rockies und die gelben und rötlichen Töne der Laubbäume leuchteten um die Wette im Sonnenschein.
Der «Elk Island National Park» liegt östlich von der Grossstadt Edmonton, am Rande der grossen Prärie. Der Nationalpark wurde ursprünglich als Schutzgebiet für die Wapiti-Hirsche (engl. Elk) eingerichtet, später wurden darin weitere Tiere angesiedelt und heute bilden die Bisons die Hauptattraktion.
Wir hatten Glück und erhielten trotz dem Laborday-Weekend noch einen Platz inmitten des Parks zum Übernachten. Das lange Wochenende bildet den Abschluss der Campingsaison für die Kanadier und die meisten Campingplätze schliessen danach für den Winter. Zu Fuss erkundeten wir auf verschiedenen Wanderwegen die Tümpel, in welchen Biber riesige Burgen bauen. Kanadagänse nutzen auch hier den geschützten Ort für eine Pause und wir konnten sie bei der Federpflege und einem kurzen Nickerchen aus nächster Nähe beobachten. Unzählige Streifen- und Eichhörnchen wuselten wie wild umher, um noch die letzten Zapfen und Samen zu verstecken und motzten uns dabei lautstark an. Die Begegnung mit einem Bison auf dem Wanderweg war dann aber schon eine spezielle Erfahrung. Bei der Anfahrt hatten wir bereits entlang der Strasse Bisons gesehen und diese aus dem «sicheren» Auto beobachtet und fotografiert. Hier aber fehlte jeder Schutz und wir hielten viel Abstand. Der Bison nahm uns zwar wahr, interessierte sich aber nur fürs Fressen und drehte uns den Rücken zu. Unsere Campingnachbar Gail und Geoff aus Edmonton luden uns zu einem Bier ans Lagerfeuer ein und wir verbrachten einen unvergesslichen musikalischen Abend mit kanadischen, aber auch internationalen Liedern mit Begleitung an der Gitarre.
Nach Edmonton zeichnete sich die Silhouette der Rocky Mountains am Horizont ab und wir freuten uns riesig auf den kompletten Wechsel der Landschaft. Der erste Sonnenuntergang mit den Bergen im Hintergrund nach vier Monaten in Kanada wurde mit einem feinen Nachtessen gefeiert. Unser erstes Ziel war der «Jaspar National Park», berühmt für seine Berge, Gletscher, glasklaren Flüsse, Wasserfälle und heissen Quellen. In den «Miette Hot Springs» legen wir den ersten Stopp ein und genossen das warme Wasser bei kühlen Temperaturen draussen. Glücklicherweise ist Wintercamping in den Rockies kein Fremdwort und pro Nationalpark hat wenigsten noch ein Campingplatz geöffnet. Wir wurden eindringlich vor den Bären gewarnt, erhielten aber nur Besuch von den Wapiti-Hirschen. Die Männchen waren mitten in der Brunft und mit ihren quietschenden Stimmen machten sie lautstark auf sich aufmerksam, auch Mitten in der Nacht. Die Wanderung vom Maligne Lake zu den Bald Hills war ziemlich anstrengend. Anstatt sanft den Höhenlinien folgte der Wanderweg einfach dem Gelände steil hinauf. Dafür entschädigte eine spektakuläre Aussicht auf das Panorama für die Strapazen. Zwischen 1’700 und 1’900müM. waren die «Alpen-Bärentrauben» reif, die momentane Hauptnahrung für die Bären. Entsprechend lag überall «Bärendreck» herum. Auf der einen Seite hätten wir uns über eine Sichtung sehr gefreut, andererseits waren wir froh, dass wir keinen hautnah zu Gesicht bekamen.
Vom Jasper Nationalpark nach Lake Louise erhält die Strasse den passenden Namen «Icefields Parkway», was Gletscher-Panoramastrasse bedeutet. Wo das Element Wasser in gefrorener Form vorhanden ist, muss es auch in flüssiger Form unterwegs sein. Die «Athabasca Falls» sind vom Höhenunterschied nicht spektakulär, dafür aber umso mehr vom türkisfarbenen Wasser, welches in grossen Mengen an einer engen Stelle in die Tiefe stürzt. Die Quarzit-Felsen und das herbstlich gefärbte Moos gaben den Wasserfällen einen unvergesslichen Rahmen. Das «Columbia Icefield» liegt auf der kontinentalen Wasserscheide, die Flüsse transportieren das kostbare Nass Richtung Norden in den arktischen Ozean und Osten via Hudson Bay in den Atlantik. Gleichzeitig fliesst das Gletscherwasser nach Süden und Westen in den pazifischen Ozean.
Lake Louise und den gleichnamigen See erkundeten wir zu Fuss und genossen in der warmen Herbstsonne ein original «Pain au Chocolat» am Ufer. In den Wintermonaten boomt hier der Skitourismus aus der ganzen Welt und im November finden jeweils die alpinen Weltcup-Rennen statt.
Der Campingplatz im «Banff National Park» liegt im Herbst perfekt. In der warmen Jahreszeit suchten wir uns immer schattige Plätze unter Bäumen, hier standen wir mitten auf einem Hügel ohne Schatten weit und breit. Bereits die ersten Sonnenstrahlen wärmten den Camper und machte das Aufstehen etwas angenehmer trotz Heizung, welche während den eiskalten Nächten immer wieder läuft. Seit wir in touristischen Gebieten unterwegs sind, treffen wir auf Reisende aus aller Welt. So auch auf Claudine und Romain aus Luxembourg. Wir hatten sie bereits in Jasper kurz getroffen und uns hier wieder gefreut, unsere Langzeit-Reiseerlebnisse und -Erfahrungen auszutauschen. Leider waren die Hot Springs hier temporär geschlossen, so vergnügten wir uns im kleinen Städtchen und schlenderten durch die belebten Strassen. Etwas sportlicher waren wir am nächsten Tag unterwegs: Wir mieteten Mountain Bikes und fuhren entlang dem Spray River in die Höhe. Eine riesige Herde Wapiti-Hirsche graste bei der Flussmündung auf dem angrenzenden Golfplatz, einige Kühe mit ihren Kälbern lagen im Gras oder tranken Wasser direkt aus dem Fluss. Nur der Hirsch hatte Stress und musste seine etwa vierzigköpfige Herde im Auge behalten. Wir radelten weiter und waren froh, hatten wir die Daunenjacken und Handschuhe trotz der Anstrengung dabei. Auf dem 40km Abstecher begegneten wir gerade drei Bikern, aber keinem einzigen grösseren Tier. Die Wildtiere trifft man vor allem in den Wohngebieten und touristischen Orten. Sie folgen den Menschen wegen den grösseren Nahrungsquellen wie Rasen um das Haus, nicht richtig verschlossene Abfälle und werden leider auch immer wieder direkt gefüttert.
Wir hatten extremes Wetterglück mit unserer späten Reise durch die Rocky Mountains. Letztes Jahr hatte es bereits am 1. September geschneit in Jasper, wir hatten seit Wochen kaum Regen und warme Tage, aber kalte Nächte.






























Maria-Cristina Sposato
ihr lieben
alle blider sind wunderbar.
und für mich sind die flechten ja echt der hammer.
dankeschön für diese fabelhaften eindrücke.
herzlichst, mc
Pesche
Danke für eure sehr schönen Reiseberichte! Die Fotos von euch sind absolut schön!
Liebe Grüsse
Pesche
Walter & Esther
Liebe Claudia & Dani
Einmal mehr haben wir euren Reisebericht, diesmal Alberta, genossen. Vielen herzlichen Dank. Text und Bilder
sind wiederum sehr eindrücklich und „miterlebbar“.
Stefan Brugger
Der Neid steht mir immer noch ins Gesicht geschrieben. Auch von der Routenwahl bin ich begeistert. Obwohl die Natur unter der Trockenheit leidet, ist es natürlich mega, wenn man im Herbst eine Reise unter solchen Bedingungen machen kann. Bei uns hat es dieses Wochenende das erste Mal in etwas tiefere Lagen geschneit und auch bei uns wurden die Nächte kälter. Wir können uns also gut vorstellen wie steif Ihr aus dem Camper gekrochen sind… trotz Heizung.. denke ich 😉
Bis die Tage Ihre Globetrotter….
Lg Stefan &Mella
Carlos
Impresionante donde se encuentran ahora.
Sus mensajes y fotografías me hacen sonreír,
Gracias por eso.