Rumänien, ein Land voller Gegensätze

eingetragen in: Rumänien 2015 0

Bei jedem welchem wir erzählt hatten, dass wir nach Rumänien in die Ferien fahren hat zuerst einmal komisch geschaut und nachgefragt „Nach Rumänien, was wollt ihr denn dort?“. Pferdekarren und Audi A6 gleichzeitig auf der von Löchern übersäten Strasse ist hier keine Seltenheit. Die Zeitsprünge zwischen alten Frauen mit Kopftüchern und langen Röcken wie zu Grossmutters Zeiten sowie Teenies gekleidet wie bei uns sind alltäglich.

 

Als erstes fiel uns auf, die Leute sitzen vor ihren Häusern, tratschen mit den Nachbarn und lassen sich vom vorbeifahrenden Verkehr unterhalten. Das Gemüse und die Früchte aus ihrem Garten bieten sie auf kleinen Ständen vor der Haustüre feil. Bei wenigen blühen Blumen im Vorgarten, dieser Luxus können sich nur einige leisten, aber viele halten ein Handy in der Hand. Einkaufen mit dem Pferdekarren ist Alltag bei den Familien, trotzdem sieht man teure Luxusautos vor den Häusern stehen. Die Unterschiede der Generationen scheinen hier riesig: Die alten Frauen sind noch schwarz gekleidet, die Herren tragen Hüte und Jacketts; die Jungen folgen unseren Modetrends. Schaf- und Ziegenherden werden traditionell von einem Schäfer und Herdenhunden begleitet, vielleicht auch wegen der vielen Wölfe und Bären hier. Junge Männer sitzen auf modernsten Traktoren und pflügen die abgemähten Maisfelder um. Zerfallene Gebäude und Fabriken aus der Zeit des Kommunismus neben modernen Bauten sind keine Seltenheit. Auch die Natur bietet viel Kontrast: Die bewaldeten Karpaten mit dem umgebenden Flachland in der Mitte, im Osten, Süden und Westen von Rumänien. Im Donaudelta sahen wir riesige Schwärme von Störchen und anderen Zugvögeln, welche Richtung Süden zogen. In den Wäldern war es teilweise so still, dass es fast unheimlich wirkte, weil man keinen Vogel hörte. Auf über 1’000m über Meer sank die Temperatur nachts fast zum Nullpunkt ab, am Meer packten wir wieder die kurzen Hosen aus. Und genau diese Gegensätze machen Rumänien einzigartig, wir haben unseren Entscheid hierhin zu reisen bis jetzt keine Minute bereut.

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