Diese Teilprovinz ist so gross wie Italien mit einer einzigen Verbindungsstrecke für den Verkehr. Die Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich entlang der Küste, bevor sich endlose Wälder mit doch einer abwechslungsreichen Landschaft entlang dem Highway erstrecken. Die wenigen Orte entlang des Highways wurden wegen der Stromproduktion und der Eisenerzgewinnung errichtet.
Eine weitere Fähre brachte uns von Neufundland auf das Festland in Labrador. Wegen des kalten St. Lorenzstroms erwarteten uns hier an der Küste deutlich kühlere Temperaturen und Nebel. Das kleine Städtchen «Blanc Sablon» stand am Freitag, 13. April 1928 im Fokus der Weltpresse: Der erste Transatlantikflug von Irland nach New York City war missglückt, dem Piloten gelang aber eine Notlandung auf der vorgelagerten Insel. Die Geschichte darüber ist so spannend, dass wir sie in einem separaten Bericht übersetzt und festgehalten haben. Der Weg der Küste entlang hatte aber auch andere historische Sehenswürdigkeiten zu bieten: Den Leuchtturm «Point Amour», in welchem wir die ursprüngliche Fresnel-Linse aus nächster Nähe begutachten konnten und die Ausstellung über die Walfangstation der Basken des 16. Jahrhunderts in der «Red Bay National Historic Site».
Erst im Frühling 2022 wurde der letzte Teil des «Trans-Labrador Highway» fertig geteert. Für uns hiess dies kein Offroad-Abenteuer auf dieser 1’200km lange Strecke, denn es gibt keine andere Verbindung von Ost nach West oder umgekehrt.
Im Städtchen «Churchill Falls» (wurde wegen den Wasserkraftwerken beim gleichnamigen Fluss errichtet) erlebten wir ein Gemeindezentrum der anderen Art. In einem Gebäudekomplex ist der Lebensmittelladen, die Post, das Restaurant, die Bibliothek, die Schule mit verschiedenen Sportangeboten inkl. einem Schwimmbad untergebracht. Durch das raue Klima im Winter scheint das eine praktische Lösung zu sein, die gesamte Gemeinde-Infrastruktur unter einem Dach zu haben. Für uns war dies eine willkommene Abwechslung auf der langen Fahrt einen Stopp zu machen und den Wetterbericht für die nächsten Tage zu prüfen.
«Labrador City», von allen nur «Lab City» genannt, wurde wegen den Eisenerzvorkommen in den Sechzigerjahren gegründet mit einer Eisenbahnverbindung für den Transport der wertvollen Materialien und einem Flughafen. Autos fuhren im Ort und den umliegenden Minen herum, aber erst 1990 wurde das Städtchen an das öffentliche Strassennetz angebunden. Ein Tankstellenbesitzer erzählte uns, dass Ferien vor 1990 mit dem Auto weit im Voraus geplant werden mussten. Das Auto wurde via Huckepack auf dem Minen-Zug vom Ort hinunter zum «Sankt-Lorenz-Golf» transportiert, dafür brauchte es mindestens eine Woche Vorlaufzeit. Die Leute flogen mit dem Flugzeug nach, nahmen ihr Fahrzeug in Empfang und verbrachten die Ferien in der Region Quebec. Die gleiche Prozedur zurück am Ferienende, es dauerte wieder eine Woche, bis das Fahrzeug dann endlich wieder in den Strassen von «Lab City» unterwegs sein konnte. Eine sternenklare Nacht bescherte uns Temperaturen gerade über dem Nullpunkt am nächsten Morgen. Aber dies hielt die Black Flies (Kriebelmücken) nicht davon ab, uns beim Morgenessen bereits wieder zu ärgern. Diese nur ein paar Millimeter kleinen Biester reissen mit Vorliebe am Haaransatz und im Scheitel eine kleine Wunde in die Haut und saugen das austretende Blut dann auf. Der abgegebene Speichel verursacht dann richtige Pusteln, welche auch 4 Tage danach noch unsäglich jucken. Im Juni und Juli hatte es in Labrador fast ununterbrochen geregnet, perfekte Bedienungen für die Vermehrung dieser Quälgeister.








Jürgen Kössler
Ihr scheint ja bei Eurer Reise kaum einem Menschen zu begegnen.
rosmarie kummer
Hallo Claudia und Dani
wir wünschen euch weiterhin gute Fahrt.
Hier hat es letzte Nacht endlich ein bisschen geregnet
und heute Morgen habe ich die ersten Feigen abgelesen.
Hmm…. richtig fein.
Liebe Grüsse Rosmarie und Familie