British Columbia – Vancouver Island

eingetragen in: Kanada 2022/2023 5

Die grosse Insel westlich von Vancouver hat sehr viel Natur zu bieten: Auf und im Wasser, am Strand, in den kalten Küsten-Regenwäldern sowie an den Flüssen, Seen und Wäldern im Inneren der Insel. Tierische Begegnungen brachten uns zum Staunen, liessen aber auch unseren Puls schneller schlagen. Wie auch auf anderen Inseln dieser Welt tickt hier die Uhr anders und die Bewohner sind offener und kommunikativer als auf dem Festland.

Nach einer Winterpause in der Schweiz sind wir wieder zurück nach Vancouver geflogen. Condorito hat den strengen und langen Winter hier in der Einstellhalle tipptopp überstanden. Der Schnee in den Bergen nördlich von Vancouver liegt noch sehr tief und die Skigebiete haben teilweise immer noch geöffnet. Nach einem ausgiebigen Einkaufstripp fuhren wir zur Fähre nach Vancouver Island und waren nach einer kurzen Wartezeit bereits auf dem Schiff. Wir hatten uns letztes Jahr auf eine wilde Landschaft und eine artenreiche Tierwelt gefreut. Einen ersten Eindruck davon hatten wir bereits auf der Überfahrt und dann auf dem Campingplatz im kalten Regenwald des «Goldstream Provincial Park» ausserhalb von Victoria, der grössten Stadt auf Vancouver Island.

Aber zuerst erkundeten wir noch die Stadt bei schönstem Frühlingswetter und flanierten den Piers entlang. Diesmal war der Gleitschirm im Gepäck dabei und Dani wollte am Strand im Hangaufwind fliegen, doch genau im falschen Moment drehte die Windrichtung und der Gleitschirm wurde wieder verstaut. So buchten wir uns einen Whalewatching-Ausflug und wurden mit unserer ersten Begegnung von 3 Gruppen Orcas reich belohnt, insgesamt etwa 10 Tiere. Aber auch Seehunde, Seelöwen und Seeotter sonnten sich auf den Felsen und verschiedene Wasservögel machten eine Pause auf dem ruhigen Meer.

Der erste Offroad-Abstecher auf Forststrassen brachte uns an die Westküste nach Bamfield, im südlichen Teil der 450km langen und 100km breiten Insel. Ein verschlafenes Dorf, aber für Naturbeobachtungen und den weissen menschenleeren Sandstrand ein Geheimtipp. Der Platz zum Campen direkt am Wasser war traumhaft und unsere erste Schwarzbären-Sichtung über den Fluss hinweg perfekt. Das Highlight war dann aber ein Blauhüttensänger, welcher sich direkt vor Dani’s Kameralinse während 45min von seiner schönsten Seite zeigte und zwischendurch sogar ein kurzes Nickerchen machte. Kontakt zu den Leuten hier zu knüpfen ist sehr einfach und längere Gespräche keine Seltenheit. Viele Insulaner verbringen ihre Ferien auf der Insel und einige erkunden wie wir die eher abgelegenen Strände und Orte. Wir waren dankbar für die vielen Tipps und Informationen und genossen den Austausch sehr.

Tofino, etwa in der Mitte der Insel auch wieder an der Westküste ist sehr touristisch aber für einen weiteren Whalewatching-Ausflug ein idealer Ausgangspunkt. Grauwale tummeln sich momentan vor der Küste und diese waren unser Ziel. Der Captain des kleinen Zodiacs steuerte aber zuerst noch in den Fjorden vor Tofino einen Punkt an, welcher ein einmaliges Erlebnis auch für ihn war. Eine Gruppe Seeotter, etwa 100 männlichen Tiere, trieb eng zusammen dem Ufer entlang. Wir konnten uns mit dem Boot auf etwa 5 Meter nähern, was für die sonst sehr nervösen Tiere ungewöhnlich ist. Zwei Grauwale hielten sich an der Küste im offenen Meer auf und filtern den Meeresboden nach Krebsen und kleinen Fischen ab. Im Gegensatz zu den Orcas zeigen Grauwale beim Abtauchen teilweise ihre Schwanzflosse, dafür haben sie aber keine Finne wie die Schwertwale. Mehrere kleine zackenförmige Erhebungen auf dem Rücken erinnern an Drachen oder das Lochness.

Der «Cape Scott Provincial Park» ist auch wieder nur über eine Forststrasse und mitten durch einen riesigen Holzfällerbetrieb möglich. Hier gilt jedes grössere Fahrzeug hat Vortritt und es lohnt sich bei den riesigen Holztransportern so weit wie möglich auszuweichen. Dank Danis Gleitschirmfunk waren wir optimal auf den laufenden, die schweren Maschinen kündigen ihren aktuellen Standort via Kilometerangaben und Fahrtrichtung laufend an. Zuerst waren wir enttäuscht, als wir auf dem Parkplatz des Provincial Parks ankamen, wir hatten uns wieder einen Platz am nordwestlichsten Zipfel der Insel direkt am Meer erträumt. Doch der 30-minütige Weg hinunter zum Strand erwies sich als abwechslungsreich und aber auch etwas unheimlich. Zwei Buchten mit langen weissen Sandstränden erlebten wir bei Flut aber auch bei Ebbe. Die Erkundung der freigelegten Steine und Felsen war wie Tauchen ohne Nass zu werden: Anemonen, Seesterne, Krebse und kleine Fische in den verbleibenden Wasserlöchern. Wir hatten den Strand fast für uns allein, einzig ein paar Möwen, Fischadler und Weisskopfadler kreisten über unseren Köpfen. Auf dem Rückweg kamen wir wieder durch das Schutzgebiet zurück. Hier stehen viele uralte rote und gelbe Zedern, welche teilweise einen Durchmesser von 5 Metern erreichen. Die mit Moos und Farnen überwachsenen Baumstrünke aber auch noch lebenden Bäume erinnerten an einen Märchenwald. Doch beim Entdecken der ersten Bärenspuren war der Zauber vorbei. Den ersten Bären vor einer Woche hatten wir aus 100 Meter Distanz gesehen, hier verkürzte sich die Distanz mit jeder Bärensichtung auf 20 Meter. Glücklicherweise waren die schwarzen Fellknäuel friedlich am Grasen und hatten absolut kein Interesse an uns, wie auch der Bär Nummer 6 direkt am Strassenrand bei der Rückfahrt nach «Port Hardy». Dort verluden wir Condorito wieder einmal in eine Fähre und fuhren während 18 Stunden 500km nördlich nach «Prince Rupert».

5 Responses

  1. Rosmarie Kummer
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    Unsere Lieben
    vielen Dank für die wunderschönen Bilder. Ntur pur!
    Es ist doch noch nicht alles zerstört und wir können hoffen,
    dass sich die Menschen besinnen, die Märchen-Natur zu schützen
    und nicht alles wegen ein paar Franken kaputt zuschlagen, oder
    zu plündern.
    Wir wünschen weiterhin gute Fahrt und viel Freude an allem Schönen.
    Hans geht es wieder sehr gut. Er ist langsam, aber sicher unterwegs.
    Heute haben wir uns mit Christoph in Thun getroffen und auf dem Schiff
    Mittag gegessen. In Interlaken gabs noch einen Kaffee und dann war es
    schon wieder Zeit, um an die Heimreise zu denken.
    Liebe Grüsse Rosmarie, Hans, Lilian und Christoph

  2. Susi & Sigi
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    Eifach genial, danke für die tolle Impressionen. Mir wünsched Eui witerhin wunderbari Moment und einzigartigi Begägnige mit Tier und Mensch.
    Lg Susi & Sigi

  3. Peter Rizzi
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    Hallo Ihr Weltbummler
    Vielen Dank für diesen interressanten Bericht und die schönen Bilder.
    Gruss Peach

  4. Maria-Cristina Sposato
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    hallo ihr lieben
    ich weiss gar nicht welches foto mir am besten gefällt… gar keins, es sind alle sooo speziell… von den beiden fuss/tazen-abdruck bis zum blauen vogel, von den mächtigen bäumen bis zu dem schwimmenden krebs.
    es tut mir richtig gut.
    herzlichen dank und ganz lieber gruss, mc

  5. Maria-Cristina Sposato
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    hallo ihr lieben
    so schöne, herrliche fotos.
    danke von herzen und liebe grüsse,
    mc

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