Yukon verbindet man automatisch mit Goldrausch und auf diesen Spuren waren wir unterwegs. Nicht nur mit der Goldwaschpfanne wie in alten Zeiten, sondern auch aus luftiger Höhe mit Sicht auf die Gletscher und die heutigen Goldminen. Weitere Tierbegegnungen entlang der Wanderwege und Strassen zeigten, dass der Yukon auch mehr als nur Goldgräberstimmung zu bieten hat.
Watson Lake ist für seinen Schilderwald den «Sign Post Forest» bekannt. In den letzten Jahren sind über 100’000 Orts-, Hinweistafeln und sogar Wanderwegtafeln aufgehängt worden, einige auch aus der Schweiz.
Im kleinen Städtchen «Atlin» (dieses liegt noch in British Columbia, aber ganz nahe der Grenze zum Yukon), welches am grossen gleichnamigen Süsswassersee liegt, kriegten wir vom örtlichen Handwerker eine unerwartete Führung durch die «MS Tarahne». Dies ist ein ehemaliges Motorschiff aus den 1920er Jahren, welches liebevoll restauriert wird. Der Abstecher in die «Atlin Warm Spring» brachte ein kurzes Bad in der wirklich nur warmen und nicht heissen Quelle mit giftgrünem Ambiente. Dann tauchten wir in die Goldgräberzeit ein und machten uns auf die Suche nach dem öffentlichen Land, um am Fluss endlich unsere Goldwaschpfannen in Betrieb zu nehmen. Als wir nach dem Weg fragten, empfahl uns ein älteres Ehepaar, die «Fairbanks Dipper Dredge», inmitten im Wald anzuschauen. Mit diesem Baggerschiff wurde vom Fluss aus ein Wasserkanal ausgehoben, um eine Druckwasserleitung für die Goldgräber um 1900 zu bauen. Beim Gold waschen hatten wir kein Glück, nicht einmal schwarzer Sand blieb am Boden der Pfanne liegen. Dafür lernten wir Ilya kennen und das stellte sich am nächsten Tag als glücklicher Zufall heraus. Eigentlich wollten wir Wäsche waschen, sassen dann aber zusammen in einer kleinen Piper und machten über dem «Atlin Lake» und den dahinterliegenden Gletschern einen stündigen Rundflug. Der Pilot, welcher Ilya die Ferienwohnung vermietete, macht dies in seiner Freizeit und mit viel Herzblut. Er zeigte uns dreien die türkisblauen Wasserlöcher auf den Gletschern, aber auch die weissen Schneeziegen im steilen felsigen Gelände. Auch hier schmelzen die Gletscher in Rekordzeit und werden die Landschaft und Natur in den nächsten Jahrzehnten nachhaltig verändern.
Auf dem Weg nach «Whitehorse» machten wir einen kurzen Stopp in «Carcross» und auf den ungewohnten Sanddünen in dieser Gegend. Diese wurden während der letzten Eiszeit geformt, als sich grosse Gletscherseen bildeten und Schlamm-Ablagerungen hier deponierten. In der grössten Stadt im Yukon «Whitehorse» füllten wir den Kühlschrank auf und fuhren zum «Kluane Nationalpark» weiter.
Die weissen Dallschafe mit ihren imposanten Hörnern haben gerade Junge und halten sich in den niedrigen Gebieten des Nationalparks auf. Auf der Wanderung konnten wir letztjährige Jungschafe aus nächster Nähe beobachten, wenn wir uns ganz ruhig verhielten. Bis zum Gipfel schafften wir es nicht, aber die Aussicht ins Tal und die umliegenden Schneeberge auf halber Höhe war eindrücklich. Nicht nur die Dallschafe haben Junge, auch eine Elchmutter war mit ihrem Neugeborenen unterwegs. Die langen Beine stimmten zu den Proportionen des schmächtigen Körpers nicht überein. Das wird sich aber in den nächsten Monaten schnell ändern, die Kälber verzehnfachen ihr Körpergewicht, bevor der Winter kommt. Von hier aus wäre es ein Katzensprung nach Alaska, doch wir fuhren wieder zurück nach «Whitehorse», stockten die Vorräte nochmals auf und machten uns auf den Weg nach «Dawson City».
Die alte Goldgräberstadt liegt direkt an der Mündung des «Klondike River», welcher in den «Yukon River» fliesst. Das Tal kurz vor dem Städtchen wurde von den riesigen Goldschwimmbaggern rechts und links komplett umgegraben, der Schutt liegt wurmartig auf den Abraumhalden. Die meisten Gebäude sind originalgetreu restauriert worden, die Trottoirs bestehen aus Brettern und die Strassen sind ungeteert. Wie dazumal um 1890, als mehr als 30’000 Goldgräber den Ort überrannten; heute leben etwa 2’500 Menschen in der Region. Und auch die Goldsuche hat nicht aufgehört, etliche Goldminen werden heute hier noch betrieben. Wir trafen eine Mitarbeiterin der Filmcrew «Gold Rush», welche auch in Europa ausgestrahlt wird. Es laufen gerade wieder Aufnahmen für die 2023 Filmserie mit Rick Ness, Parker Schnabel und Tony Beets. Die historische Stadtführung gab einen guten Einblick in die alte Bank, Post und eine perfekt restaurierte Bar. Der Alkohol wurde dazumal mit Goldstaub bezahlt, bei der Restaurierung des Tresens kam einiges davon wieder hervor. Da wir auf dem Campground auf der anderen Uferseite des «Yukon Rivers» übernachteten, gingen wir abends mit der Fähre in den Ausgang. Das Lokal «Diamond Tooth Gerties» ist gleichzeitig ein Spielkasino, Bar und eine Bühne für die legendäre Cancan Show. Denn Sonnenuntergang um 00:35 Uhr verpassten wir, dafür war die blaue Stunde danach auf dem «Midnight Dome» schon fast zu kitschig. Die Wahl des Übernachtungsplatzes war sehr praktisch, der Startplatz zum Gleitschirm fliegen gleich nebenan. Endlich hatte Dani wieder einmal eine Chance in die Luft zu kommen. Die einzigen beiden lokalen Piloten David und Trace freuten sich sehr, Gesellschaft in der Luft zu haben und einen Chauffeur, welcher das Auto wieder zum Landeplatz zurückfuhr. Glücklicherweise stellt das Wetter auf Sommer um und der Wind kam aus der richtigen Richtung. Der Startplatz liegt auf 888müM. und am zweiten Tag war Dani bereits auf über 3’140m. Die Sicht dort oben war gewaltig über die «Rocky Mountains» bis nach «Alaska» und den beiden Flüssen entlang. Gute Flugtage sind hier sehr selten, die Flugsaison dauert nur gerade drei bis vier Monate. Vor einem Monat war der «Yukon River» noch zugefroren und Ende September beginnt sich schon wieder Eis zu bilden auf dem Wasser.














































Maria-Cristina Sposato
hallo ihr lieben
herrlich, einfach herrlich…
merci tuusig und ganz liebe grüsse,
mc
Jürgen Kössler
Sehr schöne Fotos, tolle Eindrücke.
rosmarie kummer
Wunderbar liebe Claudia und lieber Dani
das wird s’Mami freuen, all diese Berichte und Fotos zu erhalten.
Ich habe nicht grad immer sofort Zeit, aber wenn ich mich dann
ans Lesen mache, kann ich fast nicht mehr aufhören.
Vielen Dank für all das Schöne und Interessante, das ihr mir
immer wieder zukommen lässt.
Liebe Grüsse von der sonnigen Alp Rosmarie und Hans