British Columbia – Prince Rupert nach Boya Lake

eingetragen in: Kanada 2022/2023 2

Der Cassiar-Highway führte uns an den nördlichsten Punkt von British Columbia und ermöglichte uns weitere Bärensichtungen und kurz vor der Grenze zur Provinz Yukon eine traumhafte Seenlandschaft. Die Temperaturen wechselten von winterlich zu Badewetter, entsprechend viel Wasser brachten die Flüsse durch die plötzliche Schneeschmelze. Mit jedem Breitengrad nördlicher geht die Sonne später unter und die ungewohnt langen Dämmerungsstunden verlocken spät schlafen zu gehen.

Auf der Fähre von Vancouver Island nach Prince Rupert haben wir Karen und Richard aus der Nähe von Torronto kennen gelernt. Die beiden ehemaligen Lehrer sind während sieben Wochen mit ihrem Auto unterwegs. Zusammen schauten wir uns nach der Ankunft der Fähre in Prince Rupert die ehemalige Lachsverarbeitungsfabrik «North Pacific Cannery National Historic Site» an, welche die in Büchsen verpackten Fische sogar an die Queen lieferte. Die Fabrik beschäftigte Arbeiter aus Japan, Deutschland und auch die lokale indigene Bevölkerung wurde hier beschäftigt. Die Verarbeitungs- und Verpackungsprozesse wurden über die Jahre soweit möglich automatisiert und die flinken Hände der Arbeitenden waren irgendwann nicht mehr gefragt. Nach einem Erdrutsch, welcher die Wohnhütten zerstörte, wurde die Fabrik geschlossen. Dem heutigen Museum ist es gelungen, die Gebäude und die Wohnräume sehr detailgetreu zu restaurieren und mit Gegenständen aus vergangenen Zeiten «zum Leben zu erwecken». Bei einem feinen Nachtessen in einem orientalischen Restaurant sowie einem Museumsbesuch am nächsten Morgen verabschiedeten wir uns von den beiden, wir sind aber immer noch regelmässig in Kontakt.

Der Cassiar-Highway brachte uns von «Terrace» aus Richtung Norden. Ein kurzer Abstecher nach «Hyder», Alaska ermöglichte uns einen Kurzaufenthalt in die USA. Der Grenzübergang nach Stewart wird nur vom kanadischen Zoll überwacht, da die geographische Lage des Ortes eine Weiterreise an einen anderen Ort der USA unmöglich macht. Wir wollten zum «Salmon Gletscher» hochfahren, wegen zu viel Schnee war die Strasse auf halber Höhe noch geschlossen und ein Weiterkommen nur mit Schneemobilen möglich.

Da im Osten von British Columbia und in Alberta immer noch die grossen Waldbrände wüten, hatte es auf dem Cassiar-Highway mehr Verkehr als üblich. Auf den 700km fuhren wir durch verschiedene Vegetations- und Klimaregionen: Auf 250müM. lag noch Schnee, 200km weiter nördlich war die Schneegrenze auf über 2’000m. Noch nicht alle Bären sind aus dem Winterschlaf erwacht, trotzdem sahen wir etliche Schwarzbären und unsere ersten zwei Grizzlys. Wie die Schwarzbären auf Vancouver Island ernähren sie sich momentan auch von Gras, welches entlang der Strassenböschungen als erstes spriesst. Trotz der vorbeifahrenden Autos liessen sich die meisten Bären nicht aus der Ruhe bringen, der Hunger nach dem strengen und schneereichen Winter muss sehr gross sein. Die Temperaturen kletterten tagsüber bis auf 25 Grad und die Flüsse und Seen traten vielerorts über die Ufer. Aber glücklicherweise nicht im «Boya Lake Provincial Park». Diese Seen- und Insellandschaft wird durch einen unterirdischen Fluss gespiesen und das glasklare Wasser durch keine Sedimente getrübt. Wir fühlten uns wie in der Südsee, als wir mit dem Kanu unterwegs waren und konnten uns am türkisfarbenen Wasser kaum satt sehen. Aber auch vom Ufer aus beim Wandern staunten wir über einen eindrücklichen Biberdamm und Fische, welche in Ufernähe laichten. Diese waren so abgelenkt, dass wir sie aus nächster Nähe beobachten konnten. Die Jungfische der letzten Saison liessen sich dieses Spektakel auch nicht entgehen und schlemmten inmitten der Wolken aus Fischeiern; richtige kleine Kannibalen. Seit Vancouver Island geht mit fast jedem Kilometer Richtung Norden die Sonne später unter und der Dämmerungsprozess dauert bis fast um Mitternacht. So kam es, dass Dani um 23:00 Uhr noch die schönsten Sonnenuntergangsfotos vom spiegelglatten Boya Lake mit den dahinter liegenden Bergen machen konnte.

2 Responses

  1. Fredi Spillmann
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    Sali Claudia und Dani
    Ich liese immer gärn eui intressante Reisepricht mit däne schöne Bilder.
    Ich wünsche eu Beide alles Gueti uf eurere witere Reis.
    GLG Fredi

  2. Lüscher Walter
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    Liebe Claudia & Dani
    Euer Bericht aus British Columba ist wiederum spannend und die Bilder sind absolut eindrücklich,
    danke vielmals! Mit herzlichen Grüssen
    Walter & Esther

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