Die wenigsten Touristen sind in den beiden Staaten Idaho und Washington unterwegs, ausgenommen für den «Olympic Nationalpark» und den Vulkan «Mount St. Helens». Wir aber fühlten uns in den endlosen Wäldern sehr wohl, da wir dort der grossen Hitze des Sommers etwas entfliehen konnten. Dank der zahlreichen Seen und Flüsse fanden wir immer wieder eine willkommene Abkühlung. An der Küste tauchten wir in den kalten Regenwald ab und genossen die Tierwelt über und unter dem Wasser. Etliche unvergessliche Begegnungen mit wunderbaren Menschen krönten diese Reisezeit im Nordwesten der USA.
Im letzten Reiseblog erzählten wir von unseren Erlebnissen im Süden von Idaho und dachten nicht daran, dass wir nochmals mehr als einen Monat in diesem kleinen, aber sehr feinen Staat bleiben werden. Von «Boise» wählten wir eine Offroad-Route nordwärts durch den National Forest. Eine Strassensperrung war bereits anfangs angekündigt, davon liessen wir uns aber wie andere Fahrzeuge nicht abhalten. Eine Lawine im Winter hatte den Track verschüttet, es lag noch über ein Meter kompakter Schnee auf dem Weg. Für uns war das Durchkommen kein grosses Thema, aber für Leute mit einem Wohnwagen-Anhänger war der Schnee zu hoch. So schaufelten wir während 2 Stunden und reduzierten die Höhe um die Hälfte. Die Anhänger blieben trotzdem im Schnee stecken und dank unserem Bergungsgurt konnten wir sie bald aus der Misere befreien.
Dani erwischte es mit Fieber und Erkältungs-Symptomen als erster am idyllischen und abgelegenen «Lake Deadwood». Da während der Ferienzeit und vor allem am Wochenende die Hotels komplett ausgebucht sind, blieb uns nichts anderes übrig, als den Virus hier auszukurieren. Kaum war Dani wieder einigermassen fit, zeigte Claudia die ersten Symptome. Mit viel Glück erwischten wir ein paar Tage später doch noch ein Zimmer in einem Motel in «McCall» um wieder richtig gesund zu werden.
Die Temperaturen stiegen über 40°C am «Salmon River» an und morgens früh hatten wir immer noch 28°C im Camper. Doch wenigstens fanden wir ein schattiges Plätzchen direkt am Fluss mit dem perfekten Schwimmbereich. Durch Widerwasser liessen wir uns 100m den Fluss hochtreiben und kehrten zum richtigen Zeitpunkt mit der Strömung wieder zur Einstiegsstelle zurück. Das Wasser war kristallklar und wie der Name «Salmon River» sagt, gibt es hier Lachse, diese waren aber bereits vor einem Monat zu ihren Laichplätzen gezogen. Dafür stattete uns eine Klapperschlange einen Besuch ab. Perfekt getarnt, solange sie im dürren Gras und den trockenen Blätter unterwegs war, auf der Teerstrasse konnten wir ihre wunderschönen Musterung mit sicherem Abstand bestaunen. Der Wasserstand des Flusses nahm merklich ab und auf der River Rafting Tour ein paar Tage später waren die versprochenen Stromschnellen nicht mehr so eindrücklich. Dafür hatten wir einen absolut genialen Schlauchboot-Guide und tauschten gegenseitig unsere Reiseerlebnisse aus.
Über den «Magruder Corridor Track» querten wir vom Westen Idahos an die Grenze zu Montana im Osten. 200km sehr abgelegen, kaum ein anderes Fahrzeug war unterwegs. Leider war diese einzigartige Wildnis in den letzten Jahrzehnten riesigen Waldbränden zum Opfer gefallen, lange Strecken führten durch abgebrannte Wälder. Dies ermöglichte zwar eine Weitsicht von den Hügelkuppen, strahlte aber eine unheimliche Endzeitstimmung aus. Auf dem Campingplatz unterwegs luden uns nach einem langen Schwatz spontan Kim und Ron zu sich nach Hause in Oregon ein, was wir ein paar Wochen später an der Küste auch umsetzten. Ein kurzer Abstecher nach «Missoula», Montana brachte uns zu Susanna und Joshua. Wir hatten uns viel zu erzählen, vor fast einem Jahr hatten wir bereits eine Nacht bei ihnen verbracht. Auch die Gleitschirmflieger im Ort erkannten uns wieder, bereits letztes Jahr waren wir morgens früh zu Fuss zum Startplatz mit ihnen unterwegs.
Nicht immer enden unsere Offroad-Abenteuer so wie wir es uns vorstellen. Auf dem «Lewis & Clark Trail», wo vor mehr als 320 Jahren die erste Expedition Richtung Westen gezogen ist, fanden wir eine Abkürzung über die Berge auf der Online-Karte. Nach 20km wurde der Track stetig enger, Büsche und Stauden erobern sich den Weg zurück, da er fast nur von ATVs (schmalen kleinen Geländefahrzeuge) befahren wird. Wir verpassten den Zeitpunkt um rechtzeitig umzukehren, Ausfahrstellen waren keine vorhanden und rückwärts fahren keine Option. Die dürren Stauden kratzten quietschend am Lack der Fahrerkabine, etliche Male mussten wir aussteigen und dickere Äste auf die Seite drücken. Unser Freund Ilya in Kanada meinte, nachdem wir ihm ein Foto geschickt hatten: «Das sind keine Kratzer, das sind Erinnerungen». Und diese werden uns auf unseren nächsten Abenteuern treu begleiten.
Extrem nette Hosts (Verantwortlicher) auf den State und National Forest Campgrounds ermöglichten uns auch am Wochenende eine Übernachtungsmöglichkeit an einem See oder Fluss. Ein Plätzchen liess sich immer finden für Condorito und im Gegenzug erzählten wir von unserer Reise. Am «Sullivan Lake» in Washington begrüsste uns Ann fürs Check-In bei ihrem Wohnwagen. Kaum kamen wir mit ihr ins Gespräch fragten die beiden jungen Frauen nebenan mit Glarnerdialekt: «Sind ihr us de Schwiz»? Sie wandern zusammen mit einem italienischen Kollegen fast 2’000km auf dem «Pacific Nordwest Trail» vom «Glacier Nationalpark», Montana an den nordwestlichsten Punkt im Staat Washington an die Küste. Seit zwei Monaten hatten wir keine europäischen Touristen mehr angetroffen und genossen es sehr, zuzuhören und zu erzählen.
In «Chelan» hatte Dani wieder einmal die Möglichkeit, die Umgebung mit dem Gleitschirm zu erkunden. Speziell der «Columbia River», welcher den Rocky Mountain Region «Jasper/Banff» in Kanada entspringt und sich quer durch Washington windet, wirkte aus der Luft sehr eindrücklich wie er sich über Jahrtausende in die Plateau-Landschaft «frass». Schon lange suchten wir zusammen mit Ilya nach einer Möglichkeit, uns zu treffen. Dani hatte ihn auch mit dem Gleitschirmflieger-Virus angesteckt und er wollte seine ersten Flüge nach der bestandenen Prüfung nahe der amerikanischen Grenze machen. So kam es, dass wir uns 300km nördlich von «Chelan» trafen und eine super Zeit mit Schwatzen, Baden und fein Essen verbrachten. Ilya hatten wir letztes Jahr in «Atlin» in British Columbia, Kanada kennengelernt und an seinem Arbeitsplatz auf der Ölplattform besucht. Seit unserem Kennenlernen sind wir regelmässig in Kontakt und hoffen auf ein Treffen im nächsten Jahr in der Schweiz.
Waldbrände verhinderten, dass wir entlang der kanadischen Grenze auf den Waldwegen unterwegs waren. Somit machten wir einen grossen Umweg und kamen in «Leavenworth» unverhofft zu Wienerli und Bratwürsten im bayrischen Dorfladen. Die Stadt wurde nur aus Tourismus-Gründen in blau-weiss verwandelt, nicht einmal süddeutsche Auswanderer hatten sich hier niedergelassen.
Östlich von «Seattle» am «Tiger Mountain» war es fast zu heiss-feucht zum Gleitschirm fliegen. Trotzdem erhaschte Dani einen kurzen Blick Richtung Meer aus der Luft. Für die Weiterfahrt auf die «Olympic Peninsula» mussten wir zwei Mal die Fähre nehmen, um über die Meeresenge «Pudget Sound» nach «Port Townsend» überzusetzen. Dank einem Fehler im State Park Reservierungssystem ergatterten wir eine Nacht auf dem Notplatz des Campgrounds und buchten für den nächsten Tag eine «Whale Watching Tour». Zwei Familien von Orkas begeisterten uns mit Sprüngen während der Jagd nach Beute. Insgesamt schwammen 9 Tiere zusammen nordwärts und ermöglichten uns, sie während einer Zeit dabei zu begleiten. Zum Abschied sahen wir aus der Ferne einen Zwergwal, diese Einzelgänger sind meist auf der Jagd nach Krill und kleinen Fischen unterwegs.
Die kühleren Temperaturen entlang der Küste luden für Wanderungen zu abgelegenen Stränden ein. Auch von dort konnten wir eine Vielzahl von Vögeln und sogar Buckelwale sehen. Die Vegetation der «Olympic Peninsula» gleicht einem Märchenwald, riesige alte Bäume mit Moos überwachsen. Der Abstecher zum kalten Regenwald «Ho Rain Forest» im Nationalpark ermöglichte uns, unsere erste Begegnung mit einer grossen Eule. Diese liess sich kaum beim Nickerchen stören, auch wenn etliche Besucher sie bestaunten und fotografierten. An den kilometerlangen Sandstränden der «Kalaloch Beach», welche auch zum Nationalpark gehört, fanden wir allerlei Spannendes, welches die Brandung herangespült hatte. Am Abend besuchten uns Amanda und Stewart aus Seattle im Condorito. Sie leben entweder im Mercedes Sprinterbus oder auf ihrem Segelboot. Wir erhielten viele gute Tipps für die Weiterreise und schwärmten gemeinsam vom Reisen.
Ein kurzer Abstecher brachte uns nach Astoria, Oregon, welches an der Flussmündung des «Columbia River» liegt. Dort hatten uns Kim und Ron vor mehr als einem Monat zu sich nach Hause eingeladen. Wir durften vor dem Haus campen und auch mit ihnen hatten wir viele interessante Gespräche über allerlei Themen. Kim ist eine exzellente Köchin und ihr Sauerteigbrot das Beste, wir genossen dies in vollen Zügen!
Zurück in Washington fuhren wir an der Ostseite den «Mount St. Helens» so weit hoch, wie es die Strasse erlaubte. Dank Wetterglück erstrahlte der aktive Vulkan im Sonnenlicht. 1980 war er das letzte Mal ausgebrochen und verlor dadurch 400m an Höhe. Ron hatte uns einen Abstecher zu den «Ape Caves» empfohlen, einem 4km langen Lavatunnel am Fuss des Vulkans. Erstaunlicherweise kann man diesen ohne Führung besuchen, dies liessen wir uns natürlich nicht entgehen. Das südliche Stück ist einfach begehbar, auf dem nördlichen Teil gibt es etliche Einbrüche der Tunnelwände. So kraxelten wir in der feuchtkalten Höhle während 2 Stunden über die Felsbrocken bis zum Nordausgang. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit bilden sich kleinen Wassertropfen an Wänden und der Decke. Diese reflektierten im Schein der Stirnlampe wie Silber und Gold. Die fliessende Lava hatte nicht nur unterirdisch ihre Spuren hinterlassen, sondern auch vor langer Zeit um «Ponderosa Kiefern» herum. Die meterdicken Holzstämme brannten langsam weiter und hinterliessen an oder direkt unter der Oberfläche einen Negativabdruck des Stammes im erkalteten Basaltgestein.
Das Wetter hatte umgeschlagen, Nebel und Regen begleiteten uns auch abseits der Küste. Glücklicherweise hatten wir einen trockenen, aber kühlen Nachmittag an den «Lower Lewis Falls» erwischt. Bei heissen Temperaturen lädt das kristallklare Nass unter dem breiten Wasserfall zum Baden ein. Das kompakte Vulkangestein gibt dem Fluss mit den weichen Formen einen einmaligen Charakter und das Wasser fliesst über die Rundungen wie im Bilderbuch.























































Maria-Cristina Sposato
hooiii zäme
wow, diä unglaublich schöni bilder… und zwar alli.
ä wahri froid für mich am mäntig morge,
wünsche oii wiiterhii ä ganz fabelhafti zyt.
herzlich, mc
Mami
Hoi ihr zwei Liebä, welli Üeberraschig und das ämänä Mäntigmorgä! Dieä interessante schöne Fotine und dieä widerum super Reisebeschriebig, wo mä sich grad ä chli däbii si fühlä chönti…. Viele herzliche Dank. Wiiter viel Spass und hebed Sorg.
Grüessli Mami
Roman Bollhalder
So Ihr lieben Abenteurer. Immer wieder überrascht ihr mich. Ich freu mich mit Euch, so tolle Erlebnisse, Begegnungen und eingeritzte Erinnerungen.
Über den Trail gab es letztens eine Fernsehsendung, es gibt tatsächlich Leute die an der Grenze zu Mexiko umdrehen und alles zurücklaufen, krass.
Bei meiner ersten Delphinsichtung war ich absolut HI. Ich kann mir gut vorstellen wie Euch zumute war. Dani hatte dieses Gefühl ja schon einige Male beim Tauchen.
Bleibt gesund und macht weiter so. Es ist so schön sich auf Neues einzulassen. Mit einer herzlichen Umarmung aus der Schweiz. Roman
Erich Stutz
Hallo zusammen
Wie immer sensationelle Bilder und Texte vom Reise Abenteuer. Sogar mein Lieblings Tier schnell gefunden, sieht aber recht entspannt aus 🙂
Beste Grüsse
Erich
Walter & Esther
Liebe Claudia & Dani
Es ist immer wieder ein highlight spezieller Art, eure Erlebnisse in Wort und Bild „nachgeniessen“ zu können. Dabei werden unsrere
Erinnerungen an die vielen Ferien- und Wochenend-Reisen während unserer Ausbildungs- und Jobzeit in den USA 1955-1958 bezw.
Esther 1954-1961 wieder wach und jetzt so toll ergänzt. Eure Reise- und Abenteuerlust in dieser Weise auskosten zu können, ist
doch wirklich einzigartig! Wir freuen uns auf euren nächsten Bericht ………………………..
Manuel Rickenbach
Lieber Dani,
Liebe Claudia
Einfach fantastisch, diese Tier- und Naturbilder. Das geht an uns Zivilisten vorbei und man denkt es sei aus einer anderen Welt, hätte man nicht Freunde, die einem von diesen Wundern berichten. Vielen Dank und herzliche Grüsse,
Manu
Christian Vonow
Liebe Ckaudia, lieber Daniel
Besten Dank für eure ausführliche und spannende Reiseberichterstattung, die immer sehr gerne lese und mir die tollen Bilder zu Gemüte führe. Es kommt mit vor, ich lese das NATIONAL GEOGRAPHIC; herzlichen Dank! Lasst es euch gut gehen und hebed Sorg!
Selber gehts nun mit dem Töff in die Sevennen und evtl. weiter in die Pyrenäen, da es in den Seealpen bereits in den höheren Lagen schneit 🙁
Liebe Grüße Christian
Peter Rizzi
Hallo ihr beide, vielen Dank für die tollen Reiseberichte und natürlich die Fotos.
Bleibt gesund, bin gespannt auf den nächsten Tripp von euch.
Grüessli Peach