Faszinierende Tierwelt

eingetragen in: Südamerika 2017-2022 4

Nach 9 Monaten endlich wieder südamerikanischen Boden unter den Füssen. Condorito hat die Überwinterung in der Einstellhalle in Uruguay perfekt überstanden und so hält uns nicht viel, um endlich zur „Peninsula Valdez“ 1‘500km südlich von „Buenos Aires“ zu gelangen. Die einzigartige Meeres-Tierwelt kann man aus nächster Nähe beobachten. Die Glattwalmütter lernen ihre Jungen am Strand atmen, Flossen bewegen und stossen Milch ins seichte Meerwasser, welches dann von den kleinen Kolossen eingesaugt wird. Die Pinguine nesten unmittelbar an der Aussichtsplattform und lassen sich durch uns keineswegs stören. Die See-Elefanten haben gerade ihre Jungen bekommen, die kleinen schwarzen Fellknäuel mit ihren grossen Kulleraugen sehen noch so verletzlich aus. Und die Seelöwen werden im nächsten Monat ihre Jungen gebären und liegen kugelrund am Strand herum.

 

Auf dem Rucola-Track zur Peninsula Valdez

Die Strecke von Uruguay via „Buenos Aires“ zur „Peninsula Valdez“ bietet nicht viel Abwechslung. Erst als wir die Küste in „El Condor“ erreichen, begrüssen uns Scharen von grünen Felsensittichen. Sie nesten in den Klippen direkt am Meer, insgesamt soll es 35‘000 aktive Nester dort geben.

Endlich haben wir den Asphalt hinter uns gelassen und Condorito hat wieder einen richtigen Offroad-Track unter den Rädern. Obwohl die Ruta 1 wegen Sandverwehungen gesperrt ist, versuchen wir unser Glück. Dank Sanddünenerfahrung in Marokko und wenig Luft in den Rädern kommen wir problemlos durch. Seit einiger Zeit säumen kleine grüne Büsche den Track. Sieht aus wie Rucola, es ist Rucola! Wir lassen unserer Fantasie freien Lauf, wie er dorthin gekommen ist.

 

Glattwale zum Abwinken, Pinguine zum Anfassen und See-Elefanten-Babys zum Verlieben

Auf dem Weg von „Puerto Madryn“ zum Nationalpark „Peninsula Valdez“ haben wir bereits am Anfang das grösste Spektakel erlebt: Die Glattwale an der „Playa las Canteras“ winken uns aus nächster Nähe mit ihren riesigen Flossen zu. Die Mütter mit ihren Jungen schwimmen bis zu 10m an den Strand, eine einmaliges Schauspiel. Die Fotos bringen unsere Erlebnisse besser auf den Punkt als jeder Text.

Im Nationalpark selbst sehen wir Kolonien von Pinguinen, Seelöwen und See-Elefanten von den Aussichtsplattformen. Dem garstigen Wetter mit starkem Wind und Graupel trotzt Dani und schiesst bei den wenigen Sonnenstrahlen eindrückliche Tierportraits.

Ein Abstecher zur „Salina Chica“ in Inneren der Halbinsel bringt uns auf 30m unter den Meeresspiegel. Die roten Krebstierchen welche im Salzsee leben, verleihen der Salzkruste einen rosa Schimmer.

Am nördlichsten Punkt der Insel am „Punta Norte“ stellte sich anstatt eines Orcas ein Gürteltier zur Show. Die jagenden Orcas sind hier die Hauptattraktion, wenn die See-Elefanten-Jungen den Strand verlassen und ins Meer hinausschwimmen.

Bereits in „El Condor“ trafen wir auf einem abgelegenen Stellplatz die „4 Gypsies on Wheels“, eine Familie mit ihrem Camper aus dem Säuliamt. Unsere Wege kreuzen sich noch etliche Male in Valdez, wir genossen gemeinsam das Schauspiel der Wale, spielten mit den Kindern und assen selbstgebackenen Kuchen am Strand.

 

Geburt eines See-Elefanten-Babys und Fortpflanzung

Südlich von „Puerto Madryn“ gibt es weitere Strände, an welchen See-Elefanten-Männchen ihre Harems bewachen und gegen Nebenbuhler verteidigen. Eine dieser Kolonien befindet sich am „Playa Escondido“, ein optimaler Platz sie aus nächster Nähe zu beobachten. Im September und Oktober bringen die See-Elefanten-Damen ihre Jungen auf die Welt und wir waren genau im richtigen Moment dort, um eine Geburt aus nächster Nähe mitzuerleben. Diese verlief sehr unspektakulär, das Weibchen war etwas abseits und plötzlich war das Junge da. Die Möwen waren in den Startlöchern um sich die Plazenta zu ergattern, welche etwa 30min nach der Geburt ausgestossen wurde. Bereits nach 4 Stunden säugte das Junge zum ersten Mal, vorher suchte es immer wieder nach der richtigen Stelle der Zitzen. Ein riesiges Geschenk, das wir diesen speziellen Moment miterleben durften.

Bereits eine Woche nach der Geburt paaren sich die See-Elefanten wieder, die Tragezeit beträgt fast 12 Monate. Die schwerfälligen Bullen konnten sich plötzlich doch sehr wendig und schnell bewegen am Strand, wenn es darum ging eine Dame zu erobern. In sicherem Abstand beäugten jüngere Bullen das Treiben und hofften auf einen unbemerkten Moment sich an das Harem anzuschleichen. Doch der Haremsführer musste nur laut brüllen und die Nebenbuhler verschwanden wieder im Wasser.

 

Zu Besuch bei den Damen und Herren im Frack

Im Nationalpark „Punta Tomba“ wohnen und nesten an die 55‘000 Magellan-Pinguine. Der Parkranger hatte uns gebeten, mindestens 2m Abstand zu den Tieren zu halten, was unmöglich war einzuhalten. Sie kreuzten unseren Weg von rechts und links in letzter Minute, standen mitten auf dem Trampelpfad oder nesteten gleich unter den kleinen Brücken. Am eindrücklichsten war es ihnen von einer Plattform aus zuzuschauen, wie sie ins Meer schwammen oder wie Pfeile wieder zurück an den Strand geschossen kamen. Ein Seelöwe pirschte sich aus dem offenen Meer in die Pinguinbucht  und innert Sekunden war kein Frackträger mehr im Wasser. Es dauerte sicher 10min bis sich die ersten wieder ins Wasser getrauten. Momentan brüten die Pärchen jeweils 2 Eier aus, die Jungen werden im November dann schlüpfen.

4 Responses

  1. nici
    |

    eifach wunderschön!

  2. Toni Schraner
    |

    schön von Euch zu lesen und sehr beeindruckend dieser „natürliche Zoo“. Wünsche Euch weiterhin viele Entdeckungen und tolle Erlebnisse. Machts gut und liebe Grüsse aus der Schweiz

  3. Werner
    |

    Liebe „Nachbarn“ in Südamerika
    Herzlichen Dank für den interessanten Kommentar und die vielen super Bilder.
    Ich bin wirklich froh für alle Informationen, so kann ich mir die komplizierte Organisationen und Reise-Bemühungen nach Südafrika ersparen.
    Und so eine Reise richtig faul am PC geniessen.
    Liebe Grüsse und weiterhin gute Fahrt
    Werner

  4. Christoph Kummer
    |

    Hallo ihr zwei, wow das ist mal wirklich schöne Post! Danke.
    Hab mir schon mal die farbenfrohen Bilder angeschaut, lesen kommt noch……
    Jedenfalls dran bleiben und weiter abenteurern!
    Hier ist der Herbst auch wunderschön, naja, Regen wäre erwünscht und doch ist es auch so einfach herrlich! Alles güeta und en liebe Grüess üs Dietisbärg. Christoph

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.