Mexico – Hochland zur Insel

eingetragen in: Mexico 2024/2025 2

Auf der letzten Etappe dieser Reise schalteten wir vier Gänge zurück und blieben länger an verschiedenen Orten. Aber trotzdem musste ein wenig Nervenkitzel und Abenteuer sein. Sei es in der weiteren Umgebung von Mexico City aber auch im Osten des Landes. Auch durften wir wieder viele neue Leute kennen lernen, aber auch bekannte Gesichter wieder sehen.

Estado de Mexico

Wir blieben nochmals eine Woche in «Valle de Bravo», Dani genoss ausgiebig die Flugmöglichkeiten in dieser Gegend und landete teilweise weit abseits der Strasse. Die Sicht auf den verschneiten Vulkan «Nevado de Toluca» vom Gleitschirm aus war fantastisch und entschädigte für den zweistündigen Fussmarsch über Stock und Stein. Nicht nur Dani nutzte die Sammeltaxis für die Rückkehr, auch Claudia war fleissig mit ihnen unterwegs. Einkaufen, Gastank auffüllen und Wäsche machen funktioniert mit dem praktischen System und es ergeben sich spannende Gespräche mit den Mitfahrenden. Anstatt zu fünf sassen teilweise auch sieben Personen im Taxi, eng zusammenrücken ist hier kein Thema.

Ein weiteres Fluggebiet befindet sich in der Nähe von «Tenancingo» mit campen direkt am Startplatz. Bei der Auffahrt über die extrem steile Naturstrasse hatten wir ein paar Schreckensminuten, Condorito neigte sich in einer Kurve so stark, dass wir Angst hatten, das ganze Fahrzeug kippt seitlich weg. Claudia hatte diese falsch eingeschätzt und brachte uns in diese Schieflage und Dani rettete uns daraus wieder souverän. Nach 10 Jahren mit Condorito unterwegs war dies die erste heikle Situation und wir hoffen es bleibt dabei.
Daniel, der Gleitschirm-Platzbesitzer, freute sich über unsere Ankunft und stellte uns sein Badezimmer mit Dusche zur Verfügung. So blieben wir 10 Tage bei ihm, verbrachten viele Stunden mit Para-Talking (Reden übers Fliegen) und waren zu Gast bei der Geburtstagsparty seiner Frau Martha. Als er uns erzählt hatte, dass es gegarten Rindskopf gab, waren wir sehr zurückhaltend und suchten schon fast nach Ausreden, um nicht zu kommen. Doch das war völlig unnötig, Backen und Schläfen schmeckte sehr fein in den selbstgemachten Mais-Tortillas mit viel Koriander und Habanero-Sauce, um Hirn und Zunge konnten wir uns drücken. Die Süssigkeiten und Desserts haben einen grossen Stellenwert in Mexico, für 20 Personen gab es drei grosse Geburtstagstorten. Martha bliess die Kerzen aus und es wurde geschlemmt und gesungen.
Die Wind- und Thermiksysteme hier sind wie auch in «Valle de Bravo» nicht einfach, trotzdem konnte Dani ein paar kürzere Flüge sehr geniessen.

So langsam war es Zeit, in Richtung Sommereinstellplatz für Condorito zu fahren. Einen kleinen Umweg machten wir noch via den Ruinen von «Tula». Auf der Suche nach einen Übernachtungsplatz dahin landeten wir für eine Woche bei einem Deutschen Auswanderer. Erik war wie wir lange Zeit am Reisen, hatte sich aber in «Jilotepec» vor ein paar Jahren niedergelassen und Rubi, seine Partnerin, kennengelernt. Momentan baut er einen kleinen Campingplatz auf, wir durften aber vor dem Haus seiner «Schwiegereltern» übernachten und auch hier das Bad benutzen.
Eriks Klettervirus hatte uns so angesteckt, dass wir zusammen unsere ersten Klettererfahrung am Fels gemacht haben. Die Beschaffenheit der Felsen ist optimal, das vulkanische Gestein mit eckigen und kantige Steineinschlüssen eignet sich perfekt dafür. Erik half uns nicht nur bei schwierigeren Griffen, sondern zog uns am Seil manchmal auch etwas den Fels hinauf, wenn die Muskeln nicht mehr wollten. Das Gefühl oben anzukommen ist unbeschreiblich, das müssen wir in Zukunft wiederholen und in der Kletterhalle zuerst noch viel Lernen und Erfahrungen sammeln!
Den Ausflug nach «Tula» machten wir von hier aus und fuhren am Morgen früh los. Somit hatten wir die Ruinen fast für uns allein, die meisten Besucher reisten viel später an. Die Säulenhallen wurden vor allem für Rituale und Zeremonien genutzt und die steinernen Kriegern säumten die Eingänge. Bewohnt war «Tula» im 10. bis 12 Jahrhundert nach Christus und das kulturelle Zentrum der Tolteken. Wir suchten die gemauerten und verzierten Sitzbänke auf dem Areal und wurden endlich fündig. Vor fast dreissig Jahren wurde Dani dazumal ein zu naher Blick darauf zum Verhängnis: Ein Schwarm Bienen kam aus der Ritze geschossen und verfolgte ihn erfolgreich über die archäologische Stätte. Das Resultat eines Stichs bescherte ihm ein «Elefantenohr», dick geschwollen und heiss pochend für Tage. Dieses Mal waren keine Bienen mehr in der Sitzbank, sie hatten sich nach X-Generationen eine andere Behausung gesucht.
Zurück in «Jilotepec» kamen wir in den Genuss der mexikanischen Fasnacht. Auch hier wird das Ende des Winters gefeiert mit wilden Gestalten mit furchterregenden Behaarungen, Geisslechlöpfe und lauter Musik wie im Schweizer Brauchtum.

Wir zelebrierten den Frühling auf eine untypische Art und brachten Caprese Salat und Datteln im Speckmantel zum Grillieren mit. Rubis Familie hatte uns eingeladen und wir verbrachten einen sehr gemütlichen Nachmittag zusammen.

Querétaro

«Peña de Bernal», der drittgrösste Monolith vulkanischen Ursprungs, ragt neben dem gleichnamigen Städtchen majestätisch zum Himmel. Die trockene Gegend ist optimaler Standort für Sukkulenten aller Art. Sogar die geschützten und psychedelischen Peyote-Kakteen wachsen hier und Dank Erik’s Hinweisen haben wir ein paar Exemplare nach langem Suchen zum Fotografieren gefunden.

Guanajuato

Wir werden Condorito in «San Miguel de Allende» in ein paar Tagen einlagern. Deswegen machten wir einen kurzen Stopp hier und einen Besuch in der Einstellhalle. Die Altstadt von «San Miguel» ist wunderschön, aber für unseren Geschmack hat es zu viele Nordamerikaner, welche sich hier niedergelassen haben. Die Preise für Wohnungen und Häuser sind so gestiegen, dass sich die meisten Mexikaner kein Dach über dem Kopf mehr leisten können.

Deswegen machten wir einen allerletzten Abstecher in die Stadt «Guanajuato», einer der legendären Silberstädte in Mexico. Die Stadt liegt in einem engen Tal, die Häuser sind pastellfarben angestrichen und die Gebäude werden nachts wunderschön beleuchtet. Alte Bergwerkschächte werden heute als Fussgänger- und Autotunnels genutzt, was der Stadt einen zusätzlich spannenden Charakter verleiht. Eine nächtliche Stadtführung durch die engen Gassen beim Eindunkeln war zwar sehr touristisch, aber trotzdem schön.

Auch der Besuch der Mine «La Valenciana» einem Freilichtmuseum und der anschliessende Abstieg in einen uralten Silberminen-Schacht aus dem 16. Jahrhundert war eine spezielle Erfahrung. Erstaunlich mit welchen Mitteln sie es dazumal geschafft haben, das wertvolle Mineral abzubauen. Streitigkeiten mit Überflutungen der Schächte und Kriege innerhalb von Mexico unterbrachen den Abbau des Silbers immer wieder, aber bis heute gibt es aktiven Bergbau in den Hügeln um die Stadt.

Zurück in «San Miguel de Allende» erhielt Condorito einen Rundum-Putz Innen und Aussen und wir stellten ihn nach 10 Monaten reisen in der Abstellhalle ein, bis wir dann anfangs Winter wieder zurückkommen.

Querétaro

Vom Flughafen in der Stadt «Querétaro» ging unser Flug nach «Cancun». Am Abend zuvor trafen wir uns mit Rieke und Udo zum Nachtessen. Sie hatten uns vor einiger Zeit spontan ihr Penthouse in «Guadalajara» zur Verfügung gestellt und dafür wollten wir uns revanchieren. Wir verbrachten wieder einen sehr geselligen Abend zusammen, hatten viel zu erzählen und hörten gespannt zu, wie es sich in Mexico lebt und arbeitet. Wir sagen uns immer wieder, was für ein Glück wir haben, um so grossartige Begegnungen erleben zu dürfen!

Quintana Roo

Ein zweistündiger Inlandflug brachte uns von «Querétaro» nach «Cancun», in die östlichste Ecke von Mexico. Von dort aus ging es mit Bus und Fähre weiter auf die Insel «Cozumel». Als Abschluss dieser Reise wollten wir in der Karibik tauchen. Direktflüge aus Mexico sind kaum vorhanden und über die USA wollten wir nicht fliegen. Somit war «Cozumel» unsere Wahl: Gehört zu Mexico, einfach zu erreichen und liegt im karibischen Meer. Wir mieteten für drei Wochen ein Zimmer in einem gemütlichen kleinen Hostal etwas abseits des Touristenrummels. Eine komplett andere Welt als in den letzten fünf Monaten in Mexico, aber eine gute Wahl: Tauchen, Essen und Schlafen, mehr braucht es nicht.

Das machten wir dann auch an insgesamt vierzehn Tagen, zwischendurch mit Pause. Die Unterwasserwelt hier hat sehr viel zu bieten: Eine super Sicht und eine intakte Natur dank dem Schutz durch den Nationalpark. Neben grossen Tieren wie Adler- und Stachelrochen, verschiedenen Schildkrötenarten, Ammenhaien und Muränen waren vor allem die kleinen Tiere unsere Highlights. Tüpfel-Ritterfische in allen Grössen vom Jungfisch zu ausgewachsene Tier oder Nacktkiemen-Schnecken, welche das Auge ohne viel Geduld und Erfahrung kaum findet. Manuela, unsere Tauchbegleiterin aus Argentinien, genoss die vielen Tauchgänge mit uns sehr, Tauchzeiten zwischen 60 und 90 Minuten pro Tauchgang waren an der Tagesordnung. Sie zeigte uns so viel und hat einen unglaublichen Blick für die versteckten Juwelen unter Wasser. Und zusätzlich hielt sie alles fest auf einer GoPro-Kamera mit Bild und Video, eine tolle Erinnerung und herzlichen Dank dafür! «Swim Through» (Durchgänge zum Tauchen am Sandboden unter den Korallenblöcken) und das Wrack «C-53» waren sehr nach unserem Geschmack. Auch die starken Strömungen an der Kante des Riffs, welches hier bis zu 1’000 Meter in die Tiefe geht, waren eindrücklich aber nicht immer einfach zum Tauchen. An einem Tag machten wir neben den zwei üblichen Tauchgängen noch einen Abend- und Nachttauchgang. Nur im Licht der Taucherlampe öffnet sich nochmals eine andere Welt. Dann sind vor allem die Krabben und Langusten auf Futtersuche, viele Rifffische verstecken sich in den Korallen und schlafen. Nur die Muränen jagen freischwimmend nach Futter, ein eindrückliches Erlebnis, wenn sie fündig werden.

Mit vielen Eindrücken und Erlebnissen reisen wir nach fast einem Jahr in die Schweiz zurück, getreu unserem Motto «Life is a journey, do what you love and love what you do!». Und sehr dankbar, dass wir unterwegs sein durften und nur Positives erlebt.

2 Responses

  1. Jürgen
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    Nach den langen Wochen, waren die Tauchgänge doch mal eine willkommene Abwechslung. Sehr schön!
    Euch eine schöne Heimreise.

    Gruß Jürgen und Petra

  2. Maria-Cristina Sposato
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    hoihoi zäme
    dasmal hätts mir dä monolith und diä steikriäger voll ataa… sehr iidrücklich.
    und ich liäbe tiär-dokus und das fascht 10-minütige unterwasser-filmli isch voll faszinierend gsi.
    dankeschön fürs teile.
    gueti zyt und bis bald,
    mc

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