An einem einzigen Tag waren die Wetterbedingungen gut für einige Flüge vom Adlernest (Nid d’Aigle) an den Strand. Dani war in seinem Element und Claudia genoss den Tag am Startplatz mit den vielen Piloten. In Marrakesch testeten wir die verschieden Transportmöglichkeiten vom Camping zur Stadt und zurück, das Highlight war eindeutig ein Docker. Leider neigen sich auch diese Ferien dem Ende zu, die letzten Tage konnten wir nochmals gemütlich entspannen auf der Fähre nach Italien.
Bevor wir nach Marrakesch weiterfuhren, machten wir noch ein paar Tage halt in Nid d’Aigle. Das ist ein Gleitschirm-Spot südlich von Agadir direkt am Meer. Nach den kurzen Hüpfern im Erg Chebbi und am Legzira Arch wollte Dani endlich wieder richtig fliegen. An einem Tag stimmten die Bedingungen einigermassen und endlich schien die Sonne richtig. Zwei Mal waren es kürzere Hüpfer und einmal gab es dann doch noch einen längeren Flug der Klippe entlang. Eine Fluggruppe aus dem Vorarlberg war ebenfalls da und wir verbrachten zusammen einen gemütlichen Abend.
Wir verabschiedeten uns vom Atlantik nach einer langen Strecke nochmals entlang der Küste bis fast nach Agadir. Der Tizi n’Test Pass brachte uns auf über 2‘000m und nach 100km Kurve um Kurve Richtung Marrakesch. Dort wollten wir das letzte Mal die Medina einer marrokanischen Stadt besuchen und uns im Hammam verwöhnen lassen. Wir liessen Condorito auf dem Campingplatz und wollten mit dem Bus in die Stadt. Doch anstatt des Busses hielt ein Docker, ein marokkanischer Dreirad-Töff an. Als ich ihn nach dem Preis fragte, lachte er nur und richtete uns hinten auf der kleinen Ladefläche zwei Kisten her, damit wir darauf sitzen konnten. Die erstaunten Blicke der Autofahrer und ihr Grinsen im Gesicht als sie uns sahen war köstlich. Nicht gerade das typische Transportmittel für Touristen, diese werden meistens mit klimatisierten Taxis transportiert. Der Rückweg am späteren Abend war dann auch wieder spannend: Ein uraltes Peugeot-Taxi brachte uns zum Camping zurück. Es war ein Petit-Taxi, also eines das nur 3 Passagiere mitnehmen darf. Dass diese aber auch an einen bestimmten Rayon gebunden sind, wussten wir nicht. Als er die Polizeistation passierte kam ihm in den Sinn, dass er ja das Stadtgebiet mit Kunden nicht verlassen darf. Er telefonierte mit seinen Kollegen: Keine Polizeikontrollen heute Abend, also weiterfahren. Am nächsten Tag ging das Abenteuer weiter. Ein Grand-Taxi bedient die langen Strecken zwischen Dörfern und Städten. Als ich dem Taxifahrer erklärte, er könne auch mehrere Passagiere mitnehmen als nur uns, strahlte er über das ganze Gesicht. Kurze Zeit später teilten wir das klapprige Mercedes-Taxi mit 4 weiteren Gästen, insgesamt waren 3 Personen vorne im Auto und 4 hinten auf der Rückbank. Aber auch Grand-Taxi Fahrer sind Schlitzohren, wie fast alle Taxifahrer auf der Welt. Bei der Rückreise wollten sie einen überrissenen Preis für die 20 minütige Fahrt. Also liefen wir zur Hauptstrasse Richtung Süden und ein überfüllter Bus hatte noch zwei Stehplätze für uns. Wie in einer Sardinenbüchse eingeklemmt kamen wir wieder zurück zum Camping.
Der Besuch des Hammam‘s war einsame Spitze, so relaxed waren wir schon lange nicht mehr nach einseifen, aufwärmen, abschrubbeln und nach einer super Massage mit Arganoel. Im Gegensatz zu Fés ist die Altstadt von Marrakesch nicht verkehrsfrei. So mussten wir in den engen Gassen immer wieder Velo- und Motorradradfahrern ausweichen, welche meist mit grosser Geschwindigkeit unterwegs waren. Wir suchten uns in der Nähe des Hauptplatzes „Jemaa El Fna“ ein kleines Café. Von dort aus beobachteten wir das geschäftige Treiben der Einheimischen und den hektischen Spiessrutenlauf der Touristen zwischen den Händlern.
Die lange Strecke zurück zur Fähre nach Tanger Med fuhren wir auf der Autobahn. Bereits bei der Abfertigung der Fahrzeuge waren wir wieder in Europa angekommen. Ein Fahrzeug blockierte die Zufahrt der Fähre für mehr als eine Stunde. Aus welchem Grund bekamen wir nicht mehr mit, wir hatten unsere Kabine bereits bezogen und beobachteten alles vom Heck des Schiffes aus. Die Darstellung war filmreif und hatte eindeutigen Fussball-Charakter: Wild gestikulierend beschimpfte ein Autofahrer die Sicherheitsbeamten. Diese stellten sich vor sein Fahrzeug, damit er nicht auf die Fähre fahren konnte. Trotzdem fuhr er ein Stück vor, ein Beamter hielt sich anschliessend sein Knie und schien verletzt. Riesiger Auflauf des Sicherheitspersonals, die einen blockten das Fahrzeug energischer, die anderen kümmerten sich um den „Verletzten“. Dieser jammerte wie wild und erhielt für einen kurzen Moment die ganze Aufmerksamkeit. 10min später lief er wieder umher wie wenn nichts gewesen wäre. Und nach einer gefühlten Ewigkeit fuhr der rabiate Autofahrer doch noch aufs Schiff und der ganze Spuck war vorbei. Mit einer Stunde Verspätung legte die Fähre ab via Barcelona nach Genua.
Unsere Reiseroute durch Marokko:
Marokko wir werden wieder kommen. Nicht in absehbarer Zukunft, das nächste grosse und lange Abenteuer ist seit langer Zeit geplant.























Heinz und Dagmar
Hallo Claudia und Daniel
Danke für die schönen Fotos (sind wirklich super) und den interessanten Reisebericht, ist sehr spannend und unterhaltsam zu lesen. Bin schon gespannt auf die nächsten Berichte. Weiterhin gute Fahrt, spannende Abenteuer und möglichst keine Pannen.
Geniesst die Zeit zusammen und lasst es euch gut ergehen.
Gruss Heinz und Dagmar