Der Wetterwechsel von Herbst zu Winter war abrupt. In tieferen Lagen konnten wir noch einige schöne Herbsttage geniessen, bis der erste Schneesturm der Saison die gesamte Landschaft in weiss packte und nicht mehr losliess. Ein nicht geglückter Abstecher auf einer Offroad-Strecke verursachte Nervelkitzel und einen langen Umweg zum Ziel. Die Wanderungen im Pulverschnee werden uns in Erinnerung bleiben, das Glatteis auf den nicht geräumten Trottoirs auch.
Der Wetterbericht hatte in Banff in den nächsten Tagen deutliche Temperaturen unter dem Gefrierpunkt angesagt und Schnee. So machten wir uns auf den Weg Richtung Südwesten und wechselten in die Provinz British Columbia. In Radium Hot Springs fanden wir neben einem angenehm temperierten Aussenbecken zum Wellnessen auch einen abgelegenen Übernachtungsplatz auf einem Hügel. In der Nacht fing es an zu regen und am nächsten Morgen lag hundert Höhenmeter weiter oben der erste Schnee auf den Tannen. Der Regen begleitete uns die nächsten Tage und machte das Campen und draussen kochen nicht gerade angenehm. Dafür war ein weiteres Bad in einer natürlichen heissen Quelle direkt am Fluss ein Highlight: Wellnessen mit Skimütze.
Zwischen Kimberly und Kootenay Bay führt eine 80km lange Offroad-Strecke über den «Gray Creek Pass» bis auf 2’000müM. Die Einheimischen meinten: «Wenn nicht allzu viel Schnee auf den Gipfeln liegt, kommt ihr eventuell noch durch. Die Jäger sind momentan auf Elchjagd dort oben und vielleicht ist jemand die Strecke bereits gefahren. Aber Achtung, einige steile Passagen können sehr rutschig sein». Kaum losgefahren, fing es an zu schneien, der Schnee blieb aber auf dem Track nicht liegen. Wir entdeckten einige «Weisswedelhirsche», welche durch das Weiss im Wald nicht mehr getarnt waren; Elche sichteten wir keine. Der Weg folgte dem «Grey Creek» und gewann auf den ersten 60km nicht viel an Höhe, bis er vom Fluss abbog und sich im Zickzack den Pass hinauf schlängelte. Die Fahrspur war immer noch ausreichend breit und die Pneus hatten genügend Halt. Dies änderte sich aber schlagartig kurz vor der Passhöhe: Es lag 20cm Schnee auch auf dem Track und Condorito fing an leicht seitlich abzurutschen. Hier war für uns der Punkt gekommen umzukehren. Ein Jäger in seinem Geländewagen etwas weiter unten meinte, vielleicht schaffe er es mit den Schneeketten doch noch über den Pass. Bis Kootenay Bay fehlten 20km, der Umweg bescherte uns 300km Fahrt auf langweiligen Teerstrassen. Wir konnten es aber doch nicht ganz lassen, drehten auf schneebedeckten Abstellplätzen im ebenen Gelände einige Runden, bis Condorito ins kontrollierte Rutschen kam.
Der Schnee begleitete uns bis ins wärmere Okanagan Valley. Das milde Klima hier ist ideal für Obstanlagen und Weinanbau. Claudine und Romain aus Luxembourg waren auf anderen Routen unterwegs gewesen, wie es aber der Zufall wollte, trafen wir uns in Vernon zum Mittagessen beim Mexikaner. Sie fuhren anschliessend Richtung Norden weiter, wir machten einen kurzen Abstecher nach Vancouver, um eine Einstellhalle für Condorito während den Wintermonaten zu finden. Der Vertrag war unterschrieben und uns hielt nichts mehr in der Grossstadt. Entlang der US-Grenze ging es wieder zurück ins südliche Okanagan Valley, mit einem Abstecher in das alte Goldgräberstädtchen «Hedley» und einem feinen Dessert im originalgetreuen Café.
Die letzten Herbsttage genossen wir draussen in der Natur bei langen Spaziergängen und einer Halloween-Feier im Stadtpark von Osoyoos. Der Wetterbericht mit Aussicht auf Schnee in tiefe Lagen und Temperaturen bis zu -10° liess uns vom Campingplatz in ein AirBnB nach Penticton wechseln. Bei der ersten Wanderung auf den Hügel der Stadt konnten wir noch über die Felsen klettern und das bunte Laub raschelte auf den Wanderwegen. Zwei Tage später waren wir mit Skikleidern, Gamaschen und Handschuhen unterwegs und sahen im Wald etliche Spuren der «Maultierhirsche». Eine Woche später wagten wir bei eiskaltem, aber sonnigem Wetter nochmals den Aufstieg auf die Hügel bei herrlichem Pulverschnee. Wir brauchten aber doppelt so lange dafür und fanden den Wanderweg oft nur dank unseres aufgezeichneten GPS-Tracks. Der Vermieter unseres AirBnB schenkte uns IPA Bier der lokalen Brauerei «Abandoned Rail Brewing Company». Auf einer unserer Schneewanderungen kamen wir zufällig dort vorbei und genossen in der warmen Degustationsstube das ausgezeichnet schmeckende Bier.
































Maria-Cristina Sposato
…aso, wenn ihr kei ohre hättet, würd oiier strahlende lächele um dä chopf gah… 😉
merci tuusig fürs update und die wunderbare noie bilder. lieäbi grüess, mc
Jürgen Kössler
Wünschen Euch weiterhin viel Erfolg und Spaß bei der Reise. Wieder schöne Eindrücke der Landschaft.
Marcos
Excelentes lugares imágenes . Dichosos de poder hacerlo de esa manera. A seguir disfrutando. Un abrazo GRANDE