Durch die Staaten Idaho, Montana, Wyoming, Utah und Colorado erlebten wir wahnsinnig schöne Momente in der Natur und genossen einen perfekten Sommer im Nordwesten der USA. Die Begegnungen mit den Gleitschirmpiloten aber auch mit Ranch Besitzern, Reitlehrerinnen und Einheimischen genossen wir in vollen Zügen.
Die Einreise nach «Idaho» funktionierte so reibungslos und zügig, dass wir nach der Grenze erst realisierten, dass wir für 6 Monate den Westen der USA bereisen können. Nicht nur die Kilometerangaben wechselten auf Meilen auch die Landschaft änderte sich frappant. Die ersten 300km brachten uns durch den Staat «Idaho». Sanfte Hügel, saftige Wiesen mit unzähligen Kühen darauf wurden nur durch wenige Dörfer und kleinere Städte unterbrochen.
In «Kalispell» im Bundesstaat «Montana» füllten wir unsere Vorräte wieder auf, für den Grenzübertritt in die USA hatten wir den Kühlschrank geleert und die Früchte und das Gemüse aufgebraucht. Seit langer Zeit freuten wir uns, den «Glacier Nationalpark» wieder zu besuchen. Vor 27 Jahren waren wir dazumal auf unserer langen Hochzeitsreise dort unterwegs und hatten die «Going to the Sun Road» in bester Erinnerung. Dank Condorito’s kurzer Länge konnten wir die enge Passstrasse wieder befahren und genossen die Aussicht im steilabfallenden Gelände. Auf dem «Logan Pass» schnürten wir die Wanderschuhe und packten den Rucksack für einen Abstecher zum «Hidden Lake». Auch dieses Mal waren die «Mountain Goats», die weissen Bergziegen entlang des Wanderweges am Grasen und im kristallklaren Bergsee spiegelten sich die umliegenden Bergspitzen. Zwei Tage später hatten wir im «Many Glacier» Tal unsere erste Wanderung mit Regenponcho. Doch ein grasender Elch im Sumpfgebiet entschädigte die tropfnassen Wanderschuhe bei weiten. Die imposanten Paarhufer können bis zu 30 Sekunden die Luft anhalten und unter Wasser friedlich grasen. Zwischendurch sah man nur das Elchgeweih aus dem Wasser gucken, der Körper war komplett im Wasser verschwunden.
Weiter südlich in «Missoula» wurden wir auf dem Supermarkt-Parkplatz wegen unserem Zürcher Nummernschild angesprochen. Susanna ist in St. Gallen aufgewachsen, lebt schon lange in den USA und ist mit Joshua verheiratet. Beide sind Gleitschirmflieger und so wurden wir kurzerhand zum Nachtessen und Übernachten vor ihrem Haus eingeladen. Wir verbrachten einen wunderschönen Abend zusammen und schwärmten alle vom Reisen in ferne Länder. Am nächsten Tag klingelte der Wecker bereits morgens um sechs Uhr. Nicht gerade unsere Zeit, aber kein Problem für Dani, wenn es ums Gleitschirm fliegen geht. Zweieinhalb Stunden später startete er nach einem anstrengenden Aufstieg zum Startplatz und stand nach wenigen Minuten mangels fehlender Thermik bereits wieder am Boden. Das Frühaufstehen hatte sich trotzdem gelohnt, die lokalen Piloten freuten sich über unsere Gesellschaft und bei einem gemütlichen Znüni erhielten wir noch viele Tipps für die Weiterreise.
Südlich von «Bozman» trafen wir wieder lokale Piloten und verbrachten mit ihnen einen halben Tag am Startplatz mit Paratalking. Wegen des starken Windes war ein Flug nicht möglich, dafür hatten wir uns gegenseitig viel zu erzählen. Für den «Yellowstone Nationalpark» sollen wir den Nordost-Eingang in den Staat «Wyoming» nutzen, die Fahrt über den «Beartooth Pass» sei einmalig. Nicht nur das, auch bei der Weiterfahrt durch das «Lamar Valley» sahen wir eine riesige Herde von «Prärie-Bisons» sowie eine «Pronghorn-Antilope» entlang der Strasse. Das Highlight war aber dann eine Grizzly-Mutter mit ihren drei Jungen, welche sich am steilen Hang rauften. Dank einer grossen Portion Glück konnten wir ein paar Tage vorher noch einen Platz im Süden des Parks reservieren, da jemand seinen Aufenthalt storniert hatte. So machten wir verschiedene Tagesausflüge, um die Geysire, Fumarole, Schlammtöpfe und heissen Quellen zu bestaunen. Zu den besten Momenten gehörten morgens um 6:00 Uhr ohne anderes Publikum die Wasserfontäne des «Old Faithful» zu geniessen und auf den Wegen im «Upper Geysir Basin» den kleinen Geysiren bei den Ausbrüchen zuzuschauen.
Unser Star in der Vulkanlandschaft war dann aber ein Schlammtopf, welcher durch die austretenden Gase den Schlamm in den faszinierendsten Formen in die Luft sprengte.
Im Skigebiet «Jackson Hole» konnte Dani endlich wieder in die Luft und nutzte die Infrastruktur der Gondelbahnen, um zum Startplatz zu kommen. Die Flüge waren eher kurz, entweder hatte es zu viel oder zu wenig Wind. Das erste Mal campten wir direkt am Strassenrand in der Stadt «Jackson», die Preise für den Campingplatz waren komplett überrissen. Dank öffentlichen Toiletten und der Dusche im lokalen Schwimmbad war auch diese Art von Campen für uns möglich. Während drei Abenden genossen wir die womöglich beste Pizza in ganz Nordamerika beim Italiener und anschliessend Musiklive-Konzerte in der Bar.
Auf dem Weg zurück nach «Idaho» machen wir einen Stopp im Museum «Experimental Breeder Reactor I». Es war ein komisches Gefühl, auf einem nicht mehr radioaktiven Kernreaktor zu stehen, in dem 1951 der erste elektrischen Strom mittels Uran erzeugte wurde und auch heute noch weiter geforscht wird. Die Vulkanlandschaft des «Craters of the Moon National Monument» erinnerte wirklich an eine Mondlandschaft und der Campingplatz war mittendrin. Wir liessen uns viel Zeit, um zu Fuss die verschiedenen erstarrten Lava-Kreationen anzuschauen und staunten welche faszinierenden Formen das Magma aus dem Erdinnern erschaffen kann. In dieser unwirschen und kargen Landschaft fühlen sich einige Insekten und Pflanzen sehr wohl, am meiste staunten wir über die zahlreichen Grashüpfer und Streifenhörnchen. Die Lavaröhre des 250m langen Indian-Tunnel ist begehbar und am Schluss kann man über eine kleine Öffnung wieder herausklettern. Ein sehr eindrückliches Erlebnis sich unter dem erkalteten Lavastrom zu bewegen. Zurück auf dem Parkplatz trafen wir Sigrid und Manfred aus Österreich, zwei spannende Weltenbummler auf ihren Kurzzeitreisen. Wir tauschten Reiseerlebnisse aus und hatten ein kurzes, aber sehr spannendes Gespräch mit ihnen.
In «Salt Lake City, Utah» gab es einen ausgiebigen Shopping Trip, um endliche die Sachen zu kaufen, welche in den ländlichen Gegenden schwer zu finden sind. Sogar zwei Mal gingen wir im kalten «Great Salt Lake» schwimmen, das schwerelose Gefühl dank des extrem hohen Salzgehalts an der Wasseroberfläche war einfach zu schön. Der Abstecher zur «Bingham Canyon Mine», einer riesigen Kupfer-, Gold- und Silbermine im Tagebau liess wieder einmal staunen, wie Menschen sprichwörtlich Berge versetzen können. Etwas südlich der Grossstadt gibt es für die Delta- und Gleitschirmflieger sogar ein eigenes Gebiet, die «Flight Park State Recreation Area». Start- und Landeplatz unterscheiden nur 80 Höhenmeter und der Hügel ist nur etwa 700m breit. Trotzdem ein optimaler Spot zum Soaren, das heisst sich vom Wind dem Hang entlang tragen zu lassen ohne Thermik.
Im Staat «Utah» würde man keine Laubwälder erwarten, doch auf über 2’000müM tauchten wir südöstlich von «Salt Lake City» in eine Vegetation wie in der Schweiz ein. Grüne Wiesen, Eichen- und Ahornwälder und zwischendurch sogar kleine Seen zeichneten die steilen Bergflanken. In unseren alten USA-Tagebüchern aus dem Jahr 1996 finden wir einen Eintrag zum «Timpanogos Cave National Monument». Die Höhlen waren dazumal bereits für die Wintersaison geschlossen, dieses Mal waren wir rechtzeitig, um die Tropfstein-Formationen hoch oben im abfallenden Gelände zu bestaunen.
Das «Dinosaur National Monument» bot landschaftlich ein extremer Kontrast zu unserem vorherigen Reiseziel: Rundgeschliffene Felsen, welche im Abendlicht in den schönsten Rottönen leuchteten und grüne Flüsse, welche sich durch Wüstenlandschaft schlängeln. Apropos Schlangen: Eine Gophernatter nahm sich alle Zeit der Welt, um züngelnd den Wanderweg zu überqueren. Internet-Verbindung und Google sei Dank konnten wir innert kurzer Zeit klären, dass es sich um eine ungiftige Schlange handelt, entsprechend verringerten wir den Abstand zum Fotoobjekt. Der Park hat den Begriff «Dinosaur» nicht umsonst im Namen, um 1900 wurden die ersten Saurierknochen gefunden und später sogar komplett versteinerte Skelette dieser Urtiere. Ein Teil des Parks befindet sich im Staat «Colorado», anstatt die Teerstrasse nahmen wir einen Offroad-Track über eine Bergflanke, welcher die Bezeichnung definitiv verdiente. Die 360°-Aussicht vom höchsten Punkt war atemberaubend, die Weitsicht einmalig. Im östlichen Teil des Parks fanden wir im «Echo Park» den schönsten Campingplatz bisher unserer langen Reise durch Nordamerika. Der Übernachtungsplatz ist inmitten eines natürlichen Amphitheaters, hinter Condorito erhob sich die rote Felswand 80m senkrecht nach oben. Die Zufahrt durch enge Schluchten war bereits spektakulär, für die Wegfahrt wählten wir einen 60km langen Offroad-Track entlang dem «Yampa-River». Kein einziges Fahrzeug kreuzte unseren Weg und die Rückkehr in die Zivilisation auf den Highway war anfangs etwas gewöhnungsbedürftig.
Danis Geburtstagsgeschenk bescherte uns einen kurzen Abstecher nach Moab, dem Ausgangspunkt zum «Arches sowie Canyonlands Nationalpark». Mit einem Helikopter tauchten wir am Morgen früh bei schönstem Wetter nach zwei Regentagen in die Schluchten ausserhalb der Nationalparks ab, flogen knapp über Felskanten und hatten ein bisschen James Bond Feeling. Auch der Überflug über die roten Steinbögen, vorbei an den Felsnadeln und Tafelbergen mit den passenden Namen wie «Jeep Arch» (Bogen gleicht der Form eines alten Jeeps) oder «Uranium Arch» (gleich neben einer alten Uran-Mine) war einmalig. Vom Boden aus werden wir die Gegend um Moab dann erst anfangs Winter erkunden, wenn viel weniger Touristen unterwegs sein werden.
Nach fünf Monaten unterwegs sein, machten wir eine Woche Pause in «Ephraim», einem kleinen Städtchen in einem Hochwüstental mitten in «Utah». Wir übernachteten auf einer Ranch bei Angie und Mark in ihrer Hütte und bekamen von ihm eine Führung durch ihren Viehzuchtbetrieb. Tagsüber kriegte Condorito eine Generalreinigung und abends nahmen wir beide jeweils Reitstunden bei Kathy. Auf ihrem Reitschulpferd Tiki sammelte Dani seine ersten Erfahrungen im Sattel und trabte und galoppierte über den Reitplatz. Als Krönung zum Abschluss gab es einen zweistündigen Austritt durch das hügelige Gelände und ein altes Hufeisen von Tiki an den Condorito-Kühlergrill als Erinnerung.
Die Gleitschirmpiloten in Kanada hatten vom «Red Rocks Fall Fly In» in «Monroe» geschwärmt. Dani reservierte sich einen Platz bereits vor einiger Zeit und wir quartierten uns auf dem Camping neben dem Landeplatz ein. Insgesamt hatten sich 300 Piloten hauptsächlich aus den USA angemeldet, aber auch drei diesjährige «Red Bull X-Alps» Teilnehmer aus Europa. Diese machten dann mit wenigen nationalen Piloten an einem «Hike & Fly Event» mit, Dani flog nur zum Plausch mit inkl. Transport zum Startplatz. Am ersten Tag waren die Flugbedingungen optimal und abends beim Eindunkeln war der Himmel übersäht mit den farbigen Schirmen am Himmel. Dank dem «Glass-off», einer Umkehrthermik war fliegen auch nach Sonnenuntergang noch möglich. An den anderen Tagen war entweder der Wind zu schwach oder zu stark zum Starten, um längere Flüge zu machen. Das Organisationskomitee bot einiges an Unterhaltung und wir genossen X-Alps Vorträge, abenteuerliche Gleitschirm Videos, Live-Musik am Abend und viel Paratalking mit Gleichgesinnten.






























































































Alfredo
Ich sehe ihr geniesst es in vollen Zügen. Ich freue mich sehr für euch und wünsche weiterhin viele unvergessliche Momente!
Liebe Grüsse aus der Schweiz
Fredi Spillmann
Hallo Dani und Claudia.
Habe eure Reiseberichte wie immer mit Genuss gelesen.
Ich bin bis Ende Oktober in Madagascar und wünsche euch Beiden von hier aus weiterhin viel Spass und gutes Gelingen bei euren weiteren Reiseplänen.
Ganz liebe Grüsse
Fredi
David Röthlisberger
Hoi Ihr zwei.
Wir kennen uns zwar nur via Whats App und als Geocar Fahrer, aber die Reiseberichte gefallen mir sehr. Nächstes Jahr gehts bei uns ebenfalls nach Halifax mit Open End.
Dave & Jeannette
Jürgen Kössler
Wieder mal sehr beeindruckende Bilder. Wie immer schön geschrieben. Diese Weiten in den USA sind unglaublich.
Genießt weiter die Zeit.
LG Jürgen und Petra
Caro
Wie schön von eueren Abenteuern zu hören. Sehr beeindruckend, was ihr so erlebt und die Fotos sind super. Liebe Grüße aus Dawson, Caro
Mami
Liebä Dani und liebi Claudia,
vielen herzlichen Dank für all die Arbeit der vielen interessanten Reiseeindrücke zum Lesen und Ansehen. Ihr seid den NP schon näher gekommen, um für mich Erinnerungen zu wecken die ich mit dir Claudia erleben durfte…. So bin ich gespannt und hoffe auf weitere schöne Erlebnisse von euch Beiden Lieben. Gnüsseds und hebed Sorg!!
Liebi Grüessli
Mami
Rosmarie Kummer
Liebe Claudia, lieber Dani
Es freut uns, dass es euch so gut geht und ihr so viele Gleichgesinnte treffen könnt. Darum ist es im Leben so wichtig, dass man zu jeder Zeit Anstand und Respekt gegenüber dem Nächsten wahrt. Man weiss nie, in welcher Ecke auf der Erde man einander wieder begegnet und vielleicht sogar auf Hilfe angewiesen ist.
Danke für die wunderschönen Bilder und passt auf euch auf.
Liebe Grüsse von der sonnigen Riederalp Rosmarie, Hans, Lilian und Christoph
Maria-Cristina Sposato
hoiii zäme
so wunderbar-fabelhafti bilder…
und witzig, z.b. „dinosauerei“
wyterhii viil spass und gnüssets
mc
Regina und Toni
Liebe Claudia und Dani,
einfach wunderbar diese tollen Bilder und die treffend formulierten Berichte. Man spürt, dass es Euch super gefällt und wünschen Euch weiterhin ganz viele unvergessliche positive Erlebnisse. Macht’s gut Regina und Toni
Rosmarie Kummer
Liebe Claudia, lieber Dani
ich habe mir wiedermal Zeit genommen alles zu lesen. Die Erzählungen sind kurzweilig und wunderbar und erst noch die tollen Bilder! Vielen herzlichen Dank! Gerne wünsche ich euch eine gute Heimreise und ein frohes Wiedersehn, vorallem mit dem Mami. Mit sonnigen Grüssen von der Alp Rosmarie und Familie