USA Colorful Rocks – Nevada nach Idaho

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Unterschiedlicher können die Farben und Formationen der Felsen in den vier Staaten im Westen der USA nicht sein. Wir besuchten bereits bekannte Ort und reisten aber auch auf neuen Pfaden von Las Vegas, Nevada nach Boise, Idaho. Kleine Nager huschten über das Dach von Condorito, California Condore beäugten uns hoch in der Luft und junge Bieber schwammen neben dem Kajak mit uns.

In «Las Vegas» angekommen, holten wir noch am selben Abend Condorito aus der Einstellhalle und räumten ein und um. Es fühlte sich von der ersten Nacht alles vertraut an, als wären wir die letzten drei Monate nicht in der Schweiz gewesen.

Wir wollten den Monat Mai und anfangs Juni in Arizona und Utah verbringen, bevor die grosse Hitze das Campen ohne Schatten und Klimaanlage unmöglich macht. So fuhren wir direkt los und kamen vom T-Shirt-Wetter in «Las Vegas» ins Daunenjacken-Wetter nach Arizona. Der Schnee in den höheren Lagen lag noch auf der Nordseite und die Nächte waren bitterkalt. Obwohl die Touristen-Saison bereits gestartet ist, hatten wir Glück und konnten im «Grand Canyon National Park» ohne Reservation campen. So erkundeten wir zu Fuss in drei Etappen den gesamten «South Rim Trail», der Wanderweg führt entlang der Felskante der imposanten Colorado-Schlucht. Mit dem Shuttlebus kamen wir bequem morgens an den neuen Startpunkt und abends wieder zurück zum Campingplatz. «Page» liegt am «Lake Powell» und ist für seinen «Antelope Canyon» berühmt. Die orangefarbenen Wände des Slot Canyons sind ein Touristenmagnet und eines der Wahrzeichen der USA. Die Besichtigung ist nur via Touranbieter möglich und auch hier hatten wir Glück und konnten kurzfristig buchen. Der indigene Guide liess uns viel Zeit zum Fotografieren, wir hatten einen optimalen Tageszeitpunkt erwischen, wo die Farben intensiv leuchteten. Am späten Nachmittag statteten wir der «Condor Viewing Site» im «Vermilion Cliffs National Monument» einen Besuch ab. Hier werden seit 1996 «Kalifornienkondor» aufgezogen und in die Freiheit entlassen. 12 Kondore kreisten majestätisch über den Felsen und wir löcherten die auf Kondore spezialisierte Biologin mit unseren Fragen. Unsere Kleber am Camper identifizierte sie sofort mit den Andenkondoren und freute sich sehr über Condorito.  

Über die «Smoky Mountains» führt ein Track nach «Escalante», Utah. Der Name für die rauchenden Berge kommt nicht von ungefähr: Seit langer Zeit brennt Kohle in ca. 100m Tiefe und mottet vor sich hin. Ursprünglich durch Blitzeinschläge angezündet, strömen feine, aber stinkende Rauchschwaden aus den tiefen Rissen an die Erdoberfläche. Der Overlook an der Felskante hatte es uns angetan, aus dem Mittagsstopp wurde unser Nachtlager. Solche Plätze mit einer gigantischen Aussicht sind einfach einmalig. Der Track war nicht viel befahren und die Fahrt hinunter durch eine enge steile Schlucht zur «Hole-in-the-Rock-Road» technisch anspruchsvoll. Bevor wir nochmals eine Kletterpartie durch die bereits bekannten Slot Canyons machten, fuhren wir den «Loch-im-Felsen-Track» bis zum «Colorado River». Der Name «Wellblechpiste vom Ärgsten» wäre passender gewesen.

Letztes Mal versuchten wir den Einstieg in den «Peak-a-Boo Slot Canyon», waren aber mit Rucksack und Kamera nicht richtig vorbereitet und wussten nicht so richtig, wie an den steilen Wänden hochzukommen. Dieses Mal gelang uns die Kletterpartie auf Anhieb und mit gegenseitiger Hilfe, sich auf dem rutschigen Sandstein etwas Halt zu geben. Der restliche Bereich des «Peak-a-Boo» ist einfach zu begehen, erst in der «Spooky Gulch» war wieder Kaminklettern angesagt. Von diesem Moment erfolgreich am Ende der Schlucht anzukommen, hatten wir viele Male geträumt. Am nächsten Tag war dann noch «Tunnel» und «Zebra Slot Canyon» mit einer längeren Wanderung angesagt, auch hier erkundeten wir den hintersten Teil, welcher wir das letzte Mal mangels Wissen und Erfahrung ausgelassen hatten. Am Abend machten wir Bekanntschaft mit den «No-seem-em», den Unsichtbaren. Diese winzig kleinen Biester haben es vor allem auf die Knöchel und Waden abgesehen, man sieht sie nicht und man spürt den Stich zu spät. In der Nacht fing es dann an zu beissen, Linderung gibt es nicht und schlafen war für die nächsten Nächte kaum möglich. «Black Flies» in Kanada waren schon sehr mühsam, aber diese Fliegen übertreffen alles.

Endlich hatte uns der Sommer eingeholt, die Temperaturen stiegen tagsüber an und Schattenplätze waren aussichtslos. So machten wir einen Abstecher in den «Dixie National Forest» auf über 3’000müM. und fanden unter den riesigen Tannen und Föhren Abkühlung. Im «Capitol Reef National Momument» waren wir wieder zu Fuss in den Schluchten unterwegs. In den Wassertümpeln entlang des kleinen Flusses hatten Amphibien gelaicht, unzählige Kaulquappen und kleine Frösche tummelten sich darin.

Nördlich von «Hanksville» sind die Felsformationen des «Goblin Valley» zu bestaunen. Am Vorabend trafen wir Studenten, welche an einem «Mars-Rover Wettbewerb» teilnahmen. Für die letzten Tests wählten sie unseren Übernachtungsplatz und wir genossen die ungewohnte Show beim Abendessen. Wegen der Hitze fiel der Besuch des «Goblin Valley» kurz aus, obwohl die Steinformationen wenigstens etwas Schatten spendeten. In «Moab», dem Zentrum für Offroad-Abenteuer und Ausgangspunkt für den «Arches National Park» blieben wir dieses Mal ein paar Tage. Der Track entlang der «Gemini Bridges Route» war abenteuerlich und abwechslungsreich. Die roten Felsbögen, das Wahrzeichen von Utah, besuchten wir in den Abendstunden und genossen den Sonnenuntergang am «Delicate Arch» im Nationalpark. Die Reservation für den «White Rim Track» und die Campgrounds im «Canyonlands National Park» machten wir bereits anfangs Jahr. Nur gerade 50 Offroad-Fahrzeuge sind pro Tag zugelassen, die ganzen 115km fahren die wenigsten und bleiben mehrere Tage wie wir in den Tiefen der Schluchten. Mit 15km/h wäre die Strecke theoretisch in einem Tag machbar, aber wir liessen uns Zeit, die verschiedenen Felsformationen zu erkunden. Der Track war ist anspruchsvoll, felsig und teilweise extrem steil. Condorito meisterte dies aber problemlos, nur die Hitze mit über 42°C in den windstillen Lagen machte uns etwas zu schaffen. Dank unserer Dachluke und dem Fliegengitter liessen wir das Dach komplett offen und genossen beim Einschlafen den Sternenhimmel. Dani war schon weggedöst, als Claudia eine Maus über das Fliegengitter huschen sah. Sie weckte ihn: Wir haben eine Maus auf dem Dach; die Antwort von Dani könnt ihr euch denken. Doch kurz darauf war die Maus wieder unterwegs und auch Dani hellwach. Erstens wie kommt dieses kleine Nagetier auf unser Dach und zweitens wie bringen wir es da runter, ohne dass es in die Kabine entkommt? Im richtigen Moment ein Klopfen auf das Fliegennetz und die Maus war nicht mehr gesehen. Wir hatten am späten Nachmittag die Blache für Schatten mit den Zeltstangen aufgestellt und mit Schnüren befestigt. Mit einem Balanceakt muss es dem kleinen Nager gelungen sein, auf unser Dach zu gelangen. Wir wussten bereits zu Beginn, dass wir kurz vor dem Ende umkehren und den gleichen Track zurückfahren mussten. Der «Green River» führte wegen der Schneeschmelze in den Bergen Hochwasser und eine Stelle des Tracks war überschwemmt. Wären wir sehr mutig gewesen, hätten wir es vielleicht geschafft durch das fast hüfttiefe Wasser zu fahren. Da aber kein Baum für die Seilwinde und kein anderes Fahrzeug da war, welches uns im Notfall hätte herausziehen können, liessen wir es sein. Zwei Tage später standen wir am anderen Ufer der Überschwemmung und freuten uns über die willkommene Abkühlung.

Im Norden von Utah machen wir nochmals eine Woche Pause in «Monroe», einem der Gleitschirm-Hotspots in den USA. Jordan, der Campingplatzbesitzer freute sich sehr, uns wieder zu sehen. Dani genoss seine vier Flüge vom «Monroe Peak» und der «Cove» sehr, Gleiten am frühen Morgen oder späten Abend in der sanften Thermik war einmalig. Ein Flug gelang ihm auf 5’103müM, sein Höhenrekord. Schweinekalt war es da oben, die Aussicht aber bombastisch.

In der Umgebung von «Salt Lake City» machen wir nur einen ausgiebigen Shoppingtrip und kauften ein, was wir in den kleineren Städten nicht bekamen. Die beiden nachgebildeten Dampflokomotiven im «Golden Spike National Historical Park» erinnern an die erste Zugsverbindung zwischen dem Osten der USA und der Westküste. Nach der Fertigstellung der Bahnlinie verschwanden die Bisonherden in der Prarie, aus dem fahrenden Zug wurden die Tiere getötet und das Fleisch an der Ostküste verkauft.

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Kaum im Staat Idaho angekommen, veränderte sich die Natur und das Klima. Dank der Berge im Zentrum verfügt die Landwirtschaft über genügend Wasser, riesige meist kreisrunde Felder zu bewässern und Getreide und Kartoffeln anzubauen. McDonald verwendet für die Pommes Frites ausschliesslich «Idaho-Russet-Potatoes», die Nachfrage dafür wird nicht so schnell nachlassen. Am «Snake River» mieteten wir Kajaks und genossen bei Sonnenuntergang Biber, amerikanische Nerze, einen Waschbär und weisse Pelikane am Fluss entlang. Von solchen Tierbeobachtungen können wir nie genug kriegen.

Fast zu viele Tiere sahen wir dann aber im «Little City of Rocks», einem kleinen felsigen Gebiet zwischen zwei Tälern. Jedes Jahr wandern «Mormonen-Grillen» zu Millionen in eine unbestimmte Richtung. Auf ihrer Reise fressen sie alles kahl, was ihnen vor die Beisser kommt inkl. ihren Artgenossen. Der Wanderweg war übersäht, ein Vorwärtskommen nur langsam möglich, wollten wir den Kannibalismus nicht fördern. Weit hinten im Tal sassen zwei junge Adler auf einem Felsvorsprung neben dem Nest und warteten auf den Futternachschub ihrer Eltern. Während drei Stunden warteten wir versteckt hinter Felsen geduldig auf die Fütterung, aber niemand kam.

Um der Hitze während des Tages zu entkommen, flüchteten wir in die Berge ins «Sun Valley». Hier gab es für Dani nur einen kurzen Flug vom «Mount Baldy», obwohl die Sonne schien, gab es kaum Thermik und später am Morgen blies der Wind wieder zu stark. Die Landschaft entlang der «Sawtooth Mountains» mit grünen Tälern, Granitfelsen und schlängelnden Bächen war ein extremer Kontrast zu weiter südlich. Heisse Quellen strömen in diesem hydrothermischen Gebiet an die Erdoberfläche, in den eiskalten Flüssen und Seen macht dies das Baden an bestimmten Stellen angenehm warm. An einem Aussichtspunkt lernten wir Adam kennen, ein Geologe aus «Syracuse», New York. Wir verabredeten uns in «Boise» und genossen an zwei Abenden die Gesellschaft beim Nachtessen. Er arbeitet momentan an Wasseranalysen tief aus der Erde, um mögliche Kontaminationen durch nicht mehr erlaubte Ewigkeits-Chemikalien (PFAS) zu eruieren.

9 Responses

  1. Mauhart
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    Simply amazing.
    Have fun on your continuing trip in the US.

  2. Brigitta Jüni
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    Ihr Lieben
    Da habt ihr uns ja wieder mit fantastischen Tier- und Landschaftsbildern verwöhnt – WOW. Da war wirklich alles dabei : -)
    Und dann all Eure Wanderungen (und Klettereien 😉 ) durch diese Landschaften bei der Hitze… Respekt!
    Wünsche Euch weiterhin eine sichere, genussvolle und erlebnisreiche Reise.
    Herzlichst…Brigitta & Paul

  3. Sigrid Leutgeb-Webersdorfer
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    Liebe Beide, wieder einmal werde ich mit wunderschönen Bildern und einem spannenden Reisebericht beglückt. Und das am Montag Morgen, wo der erste berufliche Termin ansteht. Meine Gedanken sind in der weiten Ferne. Ich wünsche Euch weitere spannende Abenteuer und freue mich schon jetzt auf weitere so tolle Eindrücke, die Ihr mit mir teilt. Alles Liebe, Sigrid

  4. Fredi Spillmann
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    Hoi Claudia und Dani
    Super wie immer euere spannenden Reiseberichte mit den schönen Fotos.
    Ich wünsche euch alles Liebe und Gute auf eurem neuen Abenteuertrip.
    Ganz liebe Grüsse und gute Fahrt
    Fredi

  5. Heinz Zedi
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    Hoi Claudia und Dani
    Danke für den spannenden Bericht. Und tatsächlich, phantastische Bilder, gekonnt aufgebaut und umgesetzt. Grosses Kompliment.
    Wir wünschen euch weiterhin eine spannende Reise durch Amerika.
    Gruss Heinz und Dagmar

  6. Stutz Erich
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    Hallo zusammen

    Wie immer tolle Bilder von der Natur und den Tieren die sich hier aufhalten. Zum Glück mein Liebling s Tier nicht dabei Weiterhin viele schöne Erlebnisse und eine gute Reise.

    Grüsse aus Fi Gö City

    Erich

  7. Maria-Cristina Sposato
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    WoW, so fabelhaft schöne Eindrücke.
    ich freue mich mit und für euch, Ihr Lieben.
    Herzlichst, mc

  8. Walter & Esther
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    Liebe Claudia & Dani
    Einmal mehr: Was für wunderbar aufgenommene Bilder, was für einen interessanten Reisebericht!
    Erinnerungen kommem hoch ……………….
    Geniesst das Leben weiterhin so intensiv!
    Danke herzlich und liebe Grüsse

  9. Jürgen Kössler
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    Was soll ich sagen……wie immer beeindruckend! Vor allem Eure Fotos sind genial. Gutes Auge für die Aufnahmen.

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